Eching – Obduktionsergebnisse rücken den Unfall mit zwei Toten, der am Samstagvormittag bei Eching (Kreis Landshut) geschah, in ein neues Licht: Der Fahrer, ein 52-jähriger Freisinger, hat Schnittverletzungen an Armen und Hals, die nichts mit dem Unfall zu tun haben. Bei der 26-jährigen Beifahrerin aus dem Kreis Landshut entdeckten die Gerichtsmediziner ähnliche Wunden an Hals und Brust.
Und einen Stich ins Herz. Der sei zwar nicht sofort tödlich gewesen – aber die Ermittler sprechen nun von einem Tötungsdelikt. Die beiden Toten seien sich nahegestanden, aber nicht miteinander verwandt gewesen. Vieles deutet auf ein Beziehungsdrama hin, das an dem Baum an der Staatsstraße 2082 tragisch endete, nur einen Steinwurf von der Grenze zwischen Ober- und Niederbayern entfernt.
Schon als der Viechter Feuerwehrkommandant Maximilian Ditmer mit seinen Kameraden an die Unfallstelle eilt, hat er kein gutes Gefühl. In einem Acker liegt ein schwarzer Hyundai auf dem Dach, die Front des Autos ist zerfetzt. Es ist offensichtlich: Der Wagen, Erdinger Kennzeichen, ist frontal in einen Baum gerast. „In so einem Fall müssen wir grundsätzlich mit schweren und auch tödlichen Verletzungen rechnen“, sagt Ditmer. Sein Bauchgefühl bestätigt sich: Der Fahrer und die junge Frau, die neben ihm saß, sind bereits tot. Die alarmierten Feuerwehren von Viecht und Buch am Erlbach können nur noch die Unfallstelle absichern und bei der Bergung helfen.
Leichter Nebel liegt am vergangenen Samstagvormittag, kurz nach dem tödlichen Aufprall, über der Straße von Buch am Erlbach nach Eching, unweit der Freisinger Landkreisgrenze. Der Asphalt an der Unfallstelle ist trocken, die Strecke gerade. Tiere, andere Fahrzeuge oder sonstige Hindernisse: keine. „Es fragt sich natürlich jeder, wie so ein Unfall passieren kann“, sagt Feuerwehrkommandant Ditmer. Die Polizei sieht das genauso. Ein Gutachter wird bestellt, die Toten kommen in die Gerichtsmedizin.
Ob die junge Frau bei dem Unfall starb oder schon vorher tot war, ist noch nicht bekannt. Vieles deutet darauf hin, dass der 52-jährige Fahrer sich und die Frau verletzte und am Ende absichtlich gegen den Baum am Straßenrand raste. „Wir ermitteln derzeit in diese Richtung und überprüfen, ob wir die Beteiligung Dritter an den Ereignissen ausschließen können“, teilt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dazu mit.
Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst treffen sich, wie bei solchen schweren Unfällen üblich, zur Einsatz-Nachbesprechung. Dass das Unglück die Ermittler der Kripo beschäftigt, ist für den Kommandanten Ditmer bei der Aufarbeitung der Geschehnisse nachrangig. „Wir versuchen, Leben zu retten“, sagt er. „In diesem Fall hatten wir leider keine Chance.“