Sankt-Martins-Tag

Die Wärme der Laterne

von Redaktion

Wolfratshausen – Die Vorbereitungen auf den großen Tag liefen im Wolfratshauser Kindergarten an der Kräuterstraße schon seit Wochen. Dort gestalten die Vorschulkinder das jährliche Sankt-Martins-Spiel. Sie planen selbst, wer welche Rolle übernimmt, wer den Heiligen Martin, den Bettler, die Schneeflocke oder eben die Stadtmauer spielt. „Die Kinder lernen anhand der Martinsgeschichte, wie wichtig es ist, zu teilen“, sagt Kindergartenleiterin Rosi Schwarze. „Und zwar nicht nur das Brot oder die Gans, sondern auch Wärme und Liebe.“

Der Sankt-Martins-Brauch geht auf die Geschichte des römischen Soldaten Martinus zurück, der seinen warmen Soldatenmantel mit einem Bettler teilte, sein Leben fortan im Dienste Gottes führte und später zum Bischof von Tours geweiht wurde. Die Verehrung seiner Person verbreitete sich schon früh in weiten Teilen Mitteleuropas. Und bis heute ziehen am Martinstag viele Kinder durch die bayerischen Dörfer, singen Martinslieder und tragen dazu ihre selbst gebastelten Laternen.

In Wolfratshausen werden diese schon lange nicht mehr aus alten Käseschachteln gebastelt. „Die Eltern mussten früher viel zu viel Schmelzkäsesauce kochen“, sagt Rosi Schwarze und lacht. Im vergangenen Jahr griffen die Kindergärtnerinnen auf LED-Lichter in der Laterne zurück. „Das ist zwar einfacher, aber nicht so lebendig wie ein echtes Licht“, sagt Schwarze. Deshalb gab es für den diesjährigen Umzug wieder echtes Feuer. „So lernen die Kinder auch, dass sie auf ihre Laternen achten müssen.“ Die Kinder jedenfalls fieberten schon seit Tagen auf den Umzug hin. Rosi Schwarze weiß aus Erfahrung: „Wenn die Lieder durch die Nacht klingen, dann sind alle einfach nur glücklich.“  dg

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