Manchmal steht die Welt auf dem Kopf – zumindest für einen Vogel, der bei uns am See wohnt. Der Kleiber, den ihr auch an seinem blauen Rücken erkennen könnt, läuft oft kopfüber einen Baumstamm hinab. Er ist der einzige Vogel hierzulande, der das kann. „Dabei ist das so praktisch“, zwitscherte er mir einmal. „So kann ich die Rinde besser nach Spinnen und Insekten absuchen.“ Der Kleiber heißt so, weil er sehr gut kleben kann: Weil er nicht der Einzige ist, der gern in Spechthöhlen nistet, verkleinert er den Eingang dazu nämlich mit Schlamm. „Da kommt dann keine Meise mehr durch“, zwitscherte der Kleiber, der sich auf seine Klebekunst mächtig was einbildet. „In Afrika und Asien leben Nashornvögel, die das genauso gut können“, quakte da meine Entenfreundin Agnes. Diese Vögel haben allerdings ein Merkmal, das noch auffälliger ist: Sie haben große, gebogene Schnäbel mit so einer Art Hornaufsatz obendrauf – daher der Name. „Die Nashornvogel-Mamas lassen sich beim Brüten in ihren Baumhöhlen einmauern!“, quakte Agnes. Bis auf einen kleinen Spalt klebt der Nashornvogel-Mann die Höhle von außen zu. Das macht er, um Frau und Küken vor Räubern zu schützen. Damit die Vogelmama und die Kleinen genug zu essen haben, versorgt er sie durch den Spalt mit Futter. Sind die Küken flügge, hacken die Eltern den Eingang wieder frei. Eure Paula