Um die Erpel an unserem See watscheln Klara, Agnes und ich meist einen großen Bogen. „Auf euch, meine lieben Entenfreundinnen, ist Verlass“, quakte Agnes neulich. „Was man von den Erpeln nicht schnattern kann.“ Erpel sind nämlich nicht besonders treue Seelen: Sie schwimmen mal der einen Ente hinterher, dann wieder einer anderen. „Sie sollten sich ein Beispiel an Schwan Schorsch nehmen!“, schnatterte Agnes. Seine gefiederte Herzensdame kann sich sehr sicher sein, dass er ihr treu bleibt.
Tatsächlich halten es Tiere verschieden mit der Treue: Da gibt es Arten, bei denen ein Pärchen ein Leben lang beieinanderbleibt, und andere, die sich häufig neue Partner suchen. Unter uns Vögeln bleiben sich nicht nur Schwäne treu, sondern auch Krähen und Graugänse. Bei den Fischen halten sich zum Beispiel Anemonenfische die Treue. Das gilt auch für Seepferdchen, die ebenfalls zu den Fischen gehören. Ihren Schwanz benutzen sie aber nicht zum Rudern und Steuern, sondern zum Greifen. „Damit halten sie sich zum Beispiel an Wasserpflanzen fest“, quakte Agnes. „Und an ihrem Partner.“ Tatsächlich haken sich Paare nämlich jeden Morgen unter und schwimmen ein Stück zusammen. So quakte es uns Agnes. Mir wurde jedenfalls warm ums Herz, als ich mir vorstellte, wie so ein Seepferdpärchen durchs Wasser tanzt – Schwanzflosse in Schwanzflosse. Eure Paula