Unterhaching – Bezahlbar soll er sein, und lebenswert: Wohnraum, auch hier bei uns in Oberbayern. Zwei kleine Adjektive, doch sie werden zum immer drängenderen Problem. Der Bezirksverband Oberbayern der Grünen organisierte am Wochenende eine Konferenz zum Thema in Unterhaching (Kreis München). Die Grünen wollen Wege aufzeigen, wie es gelingen kann, in ganz Oberbayern bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum zu schaffen – für heute und für die Zukunft.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Thema Bodenrecht, sagt Markus Büchler, Vorsitzender des Bezirksverbands. Zu Wort kam dazu Experte Christian Stupka von der Stattbau München GmbH. „Vor allem in den Ballungsräumen muss es möglich sein, Spekulationen mit Grund und Boden rechtlich zu unterbinden“, betont Büchler. „Die Kosten explodieren und es ist noch kein Ende in Sicht, das muss eingedämmt werden.“ Wohnen sei schließlich ein in der Verfassung geschütztes Grundrecht.
Als einen Schlüsselfaktor für bezahlbaren Wohnraum nennt Markus Büchler genossenschaftliches Bauen. „Wer in einem solchen Gebäude wohnt, ist Miteigentümer und damit gefeit vor Spekulationen und emporschnellenden Mieten.“ Wien gehe da mit guten Beispiel voran: Drei Viertel der Einwohner lebten in genossenschaftlichen oder städtischen Wohnungen.
Wien kann laut Büchler auch als Inspiration dienen, was schöne Bauformen angeht – genauso wie Barcelona. Dort wird dichter, kompakter und vor allem auch höher, aber trotzdem attraktiv gebaut. Bunter und fantasievoller als zum Beispiel die „langweiligen weißen Würfel“ an der Münchner S-Bahn-Stammstrecke. Die Grünen fordern deshalb: die Höhe und Lücken nutzen, wie im Münchner Gewerbegebiet Euro-Industriepark und rund um Bahnhöfe.
80 Teilnehmer und 15 Vorträge – Markus Büchler ist zufrieden mit der Konferenz. Nun soll ein Konzeptpapier entstehen und an die zuständigen Vertreter von Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik verschickt werden. tp