Buß- und Bettag

Familienfeindlich

von Redaktion

Morgen ist wieder ein Gedenktag: Wir gedenken einer politischen Entscheidung, bei der es die Politik der Kirche recht machen wollte und dabei an Millionen von Familien vorbei entschieden hat. Seither stehen diese Jahr für Jahr vor dem Problem, eine Betreuung für den Nachwuchs finden zu müssen. Der Buß- und Bettag ist zwar ein Feiertag, doch das breite Volk muss zur Arbeit. Frei haben nur Schüler.

14 Jahre lang war der Buß- und Bettag ein gesetzlicher Feiertag, bis er 1995 bundesweit der Finanzierung der Pflegeversicherung geopfert wurde – genauer gesagt, um den Geldbeutel der Arbeitgeber zu schonen.

Die evangelische Kirche protestierte. Mit Erfolg. Seither gibt es einen bayerischen Sonderweg. Es ist Zeit, diesen Unsinn zu beenden. Wenn die Bevölkerung am Mittwoch vor Totensonntag arbeiten muss, dann kann man das auch den Kindern – und der Kirche zumuten. Die Lehrer haben „nur“ unterrichts-, aber nicht dienstfrei. Auch die Betreuungsangebote an den Schulen entfallen. Wer keine Verwandten in der Nähe hat, der muss zwangsweise einen Tag Urlaub nehmen oder seine Kinder allein daheim lassen. Ein Unding.

Übrigens: Historisch gilt der Buß- und Bettag als ein Feiertag, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde immer dann ausgerufen, wenn in schlimmer Lage Umkehr und Gebet angezeigt waren. Umkehr? Gebet? Vielleicht gar nicht so verkehrt gerade in diesen Tagen.

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