Heilbäder: Mehr Prävention könnte Milliarden einsparen

von Redaktion

Weißenstadt – Die bayerischen Heilbäderbetreiber werben für eine Neuausrichtung des Gesundheitssystems. Auf dem 71. Bayerischen Heilbädertag gestern in Weißenstadt (Landkreis Wunsiedel) machten sie sich für mehr Prävention im Gesundheitswesen stark. Der Bund müsse hierbei bei den Kassen mehr Leistungen einfordern, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, Klaus Holetschek. Arbeitgeber müssten zudem steuerliche Anreize bekommen, um ein betriebliches Gesundheitsmanagement zu schaffen.

Nach Einschätzung des Verbandes könnte durch mehr Kassenleistungen zur Vorbeugung von Erkrankungen im Gesundheitswesen viel Geld gespart werden. Ein Experte der HSH Nordbank rechnete den Tagungsteilnehmern vor, dass ein stärkerer Fokus auf Prävention die Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem um bis zu zehn Milliarden Euro senken könnte. 2015 hatten die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland Gesundheitsausgaben von 202 Milliarden Euro. Mit gezielter Vorsorge und Früherkennung könnten vor allem Ausgaben für Erkrankungen bei Patienten ab 65 Jahren eingespart werden, so der Autor der Studie Thomas Miller. Vor allem im Alter steigen die Ausgaben für Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes, des Kreislaufs, des Muskel-Skelett-Systems und bei Neubildungen wie Krebs überproportional an.

Nach Worten von Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) verzeichneten die bayerischen Kurorte und Heilbäder ein Gästeplus: 2016 gab es demnach 5,4 Millionen Gästeankünfte – das sind 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dazu kämen 43 Millionen Tagesgäste.  mm/lby

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