Ein unbequemer Dekan gibt auf – wegen der Gesundheit

von Redaktion

Fürstenfeldbruck – Er ist ein Mann wie ein Bär. Einer, der offen spricht und kein Blatt vor den Mund nimmt. Pfarrer Albert Bauernfeind, Dekan in Fürstenfeldbruck, ist ein beliebter Seelsorger und hatte noch viele Pläne. Doch nun zwingt den 64-Jährigen sein Herz zum vorzeitigen Ruhestand. Der Priester, der 2016 eine schwere Herz-OP durchstehen musste, war erst im Juni stundenweise in sein Amt zurückgekehrt. „Ich muss mir alles gut einteilen. Wenn ich das nicht mache, geht mir die Luft aus“, sagte er damals unserer Zeitung. Doch nun erfolgt der Rücktritt von der Rückkehr. In einer Pressemitteilung wurde jetzt erklärt, dass Bauernfeind Kardinal Reinhard Marx gebeten habe, ihn zum Jahresende von seinen Pflichten zu entbinden. Der Münchner Erzbischof habe zugestimmt. Die Ärzte, so hat Bauernfeind in seiner Gemeinde erklärt, hätten ihm wenig Hoffnung gegeben, dass er die nötige Schaffenskraft zurückgewinnt.

Eine Nachricht, die die Katholiken in seinem Zuständigkeitsgebiet erschüttert. Bauernfeinds Weggang sei ein schwerer Verlust für den Pfarrverband, so Sprecher Friedrich Deschauer.

Schon als Münchner Stadtjugendpfarrer hatte Bauernfeind Schlagzeilen gemacht. Als er 1995 in einem Interview sagte, Sexualität sei „wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung“ und die offizielle katholische Lehrmeinung zur Sexualität als „unbrauchbar“ kritisiert, wurde er vom damaligen Kardinal Friedrich Wetter entlassen und zum Hilfspfarrer degradiert. Auch später – etwa 2010 zum Missbrauchsskandal oder zur Strukturreform der Kirche – äußerte er sich immer wieder kritisch. Wo er im Ruhestand wohnen wird und ob er dort seelsorgerlich tätig sein kann, ist laut Ordinariat noch nicht bekannt.  rat/cm

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