Nürnberg – Bayern muss den Islamunterricht an Schulen nach Einschätzung des Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) aus der Nische holen und massiv ausweiten. Es seien ein flächendeckendes Angebot für alle Schularten und bestens ausgebildete Lehrkräfte nötig. Ein derzeit laufender Modellversuch für Islamunterricht dürfe keine Dauerlösung sein, mahnte Simone Fleischmann, Präsidentin des (BLLV), in Nürnberg. Sie äußerte sich im Rahmen eines Studientags zum Thema, den der Verband am Freitag mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) organisierte.
Der Modellversuch für Islamunterricht in deutscher Sprache wurde 2009 vom Freistaat gestartet und unterliegt staatlicher Verantwortung. Im Jahr 2019 läuft er aus. Laut dem Kultusministerium haben im Schuljahr 2016/2017 rund 15 500 Schüler an mehr als 330 Schulen am Islamunterricht teilgenommen.
Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bestätigte den Nutzen des Islamunterrichts. Rückmeldungen und eine Untersuchung hätten ergeben, dass das Programm „gesellschaftlich-integrativ“ wirke, teilte er mit. Bis zu seinem Auslaufen 2019 soll der Modellversuch dem Kultusministerium zufolge weiter fachlich begleitet werden. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen werde rechtzeitig getroffen, hieß es. lby