Mehr Anfragen als Plätze

von Redaktion

Flüchtlinge bitten vermehrt um Kirchenasyl

Augsburg – Nach der Ablehnung ihres Asylantrags hoffen Flüchtlinge zunehmend auf Kirchenasyl. „Wir haben wesentlich mehr Anfragen als Plätze zur Verfügung stehen“, sagte Dietlind Jochims, Vorsitzende der ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“, in Augsburg. Die Bundesarbeitsgemeinschaft hielt dort bis Sonntag ihre Jahrestagung mit dem Titel „Inside Europe – Kirchenasyl vernetzt“ ab. Neben Unterstützervereinen kämen die Hilfegesuche zunehmend von Flüchtlings-Anwälten, Ärzten, Mitarbeitern in Flüchtlingsunterkünften und von Flüchtlingen selbst, erklärte Jochims, die auch Flüchtlingsbeauftragte der evangelischen Nordkirche ist.

Dieter Müller vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland berichtete ebenfalls von einer hohen Zahl an Hilfegesuchen. „Bei mir gehen drei bis vier Anfragen pro Woche ein“, sagte Müller, der Kirchenasyle in Bayern betreut. Ein Grund dafür sei der Anstieg der Asylentscheidungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bei einem ablehnenden Bescheid wendeten sich die Betroffenen oft an die Kirchen: „Das Kirchenasyl hat sich etabliert. Es hat sich unter Flüchtlingen herumgesprochen, dass es das gibt.“  epd

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