Unser bairisches Wort

Bracke und Brecke

von Redaktion

Ein „Bracke“ ist mengenmäßig etwa das Gegenteil von einem „Brecke“. Während „Bracke“ oder „Brackel“ immer eine beeindruckende Mächtigkeit angibt („Bracke-Fisch“, „Bracke-Mannsbuid“), kommt „Brecke“ vom kleinen „Bröcklein“. „Gib mir a Brecke Brot“ heißt: „Gib mir ein kleines Stückchen Brot!“ Noch kleiner als eine „Brecke“ ist das „Breckerl“. Solche „Breckerl“ können zum Beispiel in einer Suppe schwimmen, dann heißt sie „Breckerlsuppn“.

„Iss, dass’d wos werst, nix warst lang gnua!“ sagt man einem Buben so lange, bis aus so einem Knirps ein „Brocken Mannsbuid“ geworden ist. Dann ist keinesfalls mehr ein „Breckerl“ gemeint, sondern eben ein ziemlich großer „Brocken“. Wenn ein solcher auch noch derb und unzivilisiert auftritt, schimpft man ihn „Kletzn“, „Lackl“, „Zoitn“ oder „Gloiffe“. Letzterer, behaupten manche Forscher, würde sich von den alten Agilolfingern ableiten. Ob die freilich allesamt ungehobelte „Gloiffen“ waren, wird kaum mehr nachzuweisen sein. „Bracke-Mannsbuider“ waren sie wahrscheinlich schon!

Norbert Göttler

Bezirksheimatpfleger Oberbayern

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