Mein Dorf

„Die Natur hier ist wie Meditation“

von Redaktion

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Sandra Inninger ist 41 Jahre alt, verheiratet und wohnt seit ihrer Geburt im Haus ihrer Oma in Gars am Inn im Kreis Mühldorf. Die gelernte Bankkauffrau hat vier Kinder und ist Hausfrau.

-Frau Inninger, was ist das Schöne an Gars?

Ich liebe an Gars die Landschaft, den Inn. Ich liebe es, wenn ich mit dem Mountainbike unterwegs bin. Ich liebe die Höhenmeter, die ich machen kann. Gars bietet mir und meiner Familie wirklich alles: Es gibt einen Edeka, ich kann Fleisch direkt beim Bauern kaufen, es gibt rings herum Dorfläden mit regionalen Bioprodukten. Einen großen Supermarkt gibt es nicht, aber der fehlt auch nicht. Es ist alles da – von der Krippe über Kindergarten und Schulen bis zum neuen Familienstützpunkt.

-Und was ist in Gars nicht so schön?

Da tue ich mich sehr schwer. Es wäre schön, wenn es einen Treffpunkt gäbe. Aber man muss berücksichtigen, dass wir auf dem Land sind. Ich bin so offen, dass ich sage: Was ich hier nicht bekomme, bekomme ich halt in Wasserburg – in 15 Minuten Entfernung.

-Was sollten sich Besucher von Gars anschauen?

Auf jeden Fall sollten sie die Wege am Inn laufen und die Frühbarockkirche sehen.

-Müssen Zugezogene einem Verein beitreten?

Nein, aber Gars bietet hier einiges. Es gibt einen Schützenverein, Sportverein mit Eisstockschießen, Fußball, Volleyball, Einradfahren. Es gibt eine Beachvolleyball-Anlage und eine schöne Tennisanlage – beides mit Flutlicht.

-Ihr Lieblingsort?

Ich bin gerne Richtung Königswarter Brücke unterwegs – eine Eisenbahnbrücke an der Bahnstrecke Rosenheim-Mühldorf. Das ist der klassische Innradweg, der auch an meinem Haus vorbeigeht. Die Natur hier ist für mich wie Meditation.

-Wo geht man in Gars essen?

Auf die Schnelle gibt es etwas beim Habibi, einem syrischen Imbissstand. Am Wochenende kann man sich Pizzen bei Giovanni besorgen. Es gibt gute Hausmannskost im Gasthaus zur Post. Das Restaurant ist ganz klein und auf eine schnelle Halbe kann man sich reinsetzen. Alles konzentriert sich hier am Marktplatz.

-Und was macht man am Wochenende?

Ehrlich gesagt genießt man hier die Umgebung. Natürlich gibt es auch kulturelle Veranstaltungen. Wir haben in Mittergars den Dorfsaal, da waren letzte Woche die Wellküren. Es gibt in Kloster Au den Zehenstadel, wo immer wieder etwas stattfindet: Theater, Ausstellungen und so weiter. Und es gibt das Marktplatzfest, das Volksfest in Kloster Au, Weihnachtsmarkt. Man muss sich halt darauf einlassen.

-Der Marktplatz wirkt auf den ersten Blick unbelebt. Ist das wirklich so?

Nein, eigentlich wird er gut angenommen. Man bekommt alles. Ich habe einen Physiotherapeuten vor Ort, Ärzte, Apotheke, Frisör, Fußpflege. Alles in allem sehr attraktiv, finde ich.

-Können Sie Gars mit einem Wort beschreiben?

Das geht nicht. Drei Wörter hätte ich aber: Inn, Hügel, Land. Für mich ist der Inn eines der Highlights. Die Hügel gehören dazu. Und Gars ist Land. Dennoch ist es zu groß, um dieses extreme Land- und Dorfleben zu zelebrieren. Aber es ist zu klein, um cool zu sein. Mir gefällt, dass man sich grüßt und kennt.

Interview: Jessica von Ahn

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