Gestern früh watschelte meine Entenfreundin Klara als Erste aus ihrem Nest. Wie jeden Tag wollte sie sogleich ihr Morgenbad nehmen. Doch am See angekommen, zögerte sie. Dann streckte sie nur kurz ihre Watschelfüße ins Wasser. „Heute muss eine Katzenwäsche reichen“, quakte sie. Denn sie hatte gehört, dass Zweibeiner zwischen den Jahren – in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester – keine Wäsche waschen sollten. „Das bringt Unglück“, quakte Klara. „Und wenn das schon für das Wäschewaschen gilt, verzichte ich lieber auch auf mein Morgenbad.“ Nun ist Klara als sehr leichtgläubige Ente bekannt. Aber warum Zweibeiner so komische Sachen glauben? Die Biberin Frau Dr. Raspelzahn erklärte uns, dass wir Weihnachten in einer Zeit feiern, in der die Tage wieder länger werden, zur Wintersonnwende also. Lange vor der Geburt des Jesuskindes feierten die Menschen zu dieser Jahreszeit bereits Feste zu Ehren verschiedener Götter, an die sie glaubten. Doch auch danach schüttelten viele ihre Bräuche nicht so schnell ab. Sie glaubten weiter, dass in dieser Zeit düstere Gestalten ihr Unwesen treiben: die „Wilde Jagd“. Damit die bei ihrem Ritt über den Himmel nicht in der Wäsche auf der Leine hängen bleibt und so vielleicht gar den Weg ins Haus findet, verzichtete man daher lieber auf das Wäschewaschen. „Aber das ist Schnee von gestern“, quakte Agnes. „Und: Gespenster gibt es nicht.“ Eure Paula