BBV gegen glyphosatfreie Zonen

von Redaktion

Heidl warnt vor Verboten – Bund Naturschutz kündigt Kampagne an

München – In der Debatte um den Unkrautvernichter Glyphosat warnt Bauernpräsident Walter Heidl vor „eigenmächtigen Verboten“ oder „opportunistischen Selbstverpflichtungen“. Nach dem umstrittenen deutschen Ja zur weiteren EU-Zulassung für Glyphosat werde mancherorts über freiwilligen Verzicht diskutiert. Doch die Schaffung von „glyphosatfreien Regionen“ durch Kommunen oder Verbote durch Handelskonzerne würden das unabhängige Prüfungs- und Zulassungswesen komplett untergraben, sagte Heidl. In Oberbayern verzichten u.a. der Kreis Miesbach sowie verschiedene Gemeinden wie Fischbachau, Gmund, Bad Wiessee, Warngau, Weyarn und Waakirchen auf den Einsatz von Glyphosat. In Fischbachau soll ein entsprechender Passus auch in Pachtverträge aufgenommen werden. Die Gemeinde Kirchheim (Kreis München) hat auf ihren Flächen den Einsatz verboten.

Heidl kritisierte auch den jüngsten Vorstoß von Aldi Süd und Aldi Nord, die Zulieferer angeschrieben hatten, um Glyphosat in Eigenmarken zu reduzieren. Heidl: „Immer höhere Standards und gleichzeitig niedrigste Preise. Aus Marketinggründen ruiniert der Handel so unsere Bauernhöfe.“

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung besteht beim Einsatz nach deutschen Vorgaben kein Risiko für Landwirte und Verbraucher. Hier komme das Mittel völlig anders zum Einsatz als in den USA. Dort werde das Unkrautvernichtungsmittel während der Wachstumsperiode flächendeckend auf Felder mit gentechnisch veränderten glyphosatresistenten Pflanzen gesprüht. In Deutschland dagegen werde das Mittel nicht auf Pflanzen gesprüht, die später geerntet werden sollten. „Das Spritzen von Glyphosat ist bei uns keine Standardmaßnahme.“ Die Glyphosatdiskussion sei inzwischen eine rein emotionale Debatte und habe längst die sachliche Ebene verlassen, sagte der Bauernpräsident.

Der Bund Naturschutz in Bayern beklagt indes die Weiternutzung von Glyphosat in der Europäischen Union. Vor der Landtagswahl im kommenden Jahr will die Organisation mit regionalen Veranstaltungen für ein Verbot des Herbizids trommeln. mm/lby

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