Ingolstadt – Der ehemalige Chef des Klinikums Ingolstadt, Heribert Fastenmeier, hat sich wenige Wochen nach Erhebung einer Anklage wegen Untreue umgebracht. Er habe sich am Mittwoch in der Justizvollzugsanstalt Gablingen bei Augsburg erhängt, sagte eine Sprecherin des Ingolstädter Landgerichtes am Donnerstag.
Die Staatsanwaltschaft hatte im Oktober gegen den früheren Klinikchef Anklage wegen Untreue in 99 Fällen erhoben. Zudem wurden ihm Vorteilsannahme und Bestechlichkeit vorgeworfen. Dem Klinikum soll dadurch ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 63-Jährigen in der Korruptionsaffäre unter anderem Vetternwirtschaft vorgeworfen. So sollen Verwandte von ihm über Fremdfirmen überteuert für das Klinikum tätig gewesen sein, er selbst soll von einer Steuerberatungsgesellschaft kostenfrei betreut worden sein als Gegenleistung für Aufträge des Klinikums. Der Anwalt von Fastenmeier, der 14 Jahre lang am Klinikum war, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Er kritisierte es auch als nicht angemessen, dass sein Mandant seit April 2017 in Untersuchungshaft war. Ob der Korruptionsskandal nun noch juristisch aufgearbeitet wird, ist noch offen. Die Staatsanwaltschaft hatte im November erklärt, dass die Ermittlungen gegen weitere Beschuldigte andauerten. Zudem hat das Klinikum zivilrechtliche Ansprüche gegen Fastenmeier angemeldet. In einem Verfahren gab es laut Landgericht schon Pfändungen. mm/lby