Kinderbetreuung: 30 000 neue Plätze

von Redaktion

Sozialministerin Müller erwartet Umsetzung bis spätestens 2023

München – Bayern will insgesamt 30 000 neue Betreuungsplätze für Kinder bis sechs Jahre schaffen. Das stellte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) gestern in Aussicht. Bis spätestens 2023 sollen die zusätzlichen Angebote komplett zur Verfügung stehen. Mit bis zu 85 Prozent ihrer förderfähigen Investitionskosten würden die Kommunen dazu unterstützt, sagte Müller. Das sei „einmalig in Deutschland“. Das Geld für den Ausbau stammt zum Teil aus einem Sonderinvestitionsprogramm der Bundesregierung. Nach Bayern fließen davon knapp 180 Millionen Euro.

Seit Mitte dieses Jahres habe der Freistaat die Kommunen bereits bei über 100 Bauprojekten für Kindertageseinrichtungen gefördert. Allein damit seien bereits 7000 neue Plätze für Kinder bis zum Schulalter geschaffen worden. Zuletzt wurden in Bayern rund 453 000 Kinder bis sechs Jahre betreut. Bis Ende August 2019 können Kommunen die Förderung noch beantragen.

Geplant ist auch ein Ausbau der Ganztagsbetreuung. Derzeit gibt es rund 90 000 Plätze für Schüler, rund 53 Prozent der Erst- bis Viertklässler seien in einer ganztägigen Betreuung. Zum Vergleich: 2013 waren es demnach noch knapp 43 Prozent, im Jahr 2008 lediglich 23 Prozent.

Von der Opposition kommt Kritik. Die angekündigten Vorhaben seien nichts anderes als eine Mängelliste. „Abhilfe für sträfliche Versäumnisse zu versprechen, ist kein Erfolg, sondern das Eingeständnis jahrelanger Tatenlosigkeit der CSU“, sagte Doris Rauscher, familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Rauscher verwies dabei auch auf den geplanten Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler: „Bayern ist hier Schlusslicht in Deutschland. Wäre man – wie von uns seit Jahren gefordert – frühzeitig tätig geworden, müsste man jetzt nicht nachbessern.“ Müller hingegen sagte: „Wir bauen bedarfsgerecht aus, nicht über dem Bedarf.“ Sebastian Horsch

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