Ulm/Neu-Ulm – Auf dem Allerwertesten in Bayern sitzen und zugleich in Baden-Württemberg Maultaschensuppe löffeln? Das lässt sich machen. In Seligweiler an der Autobahnausfahrt Ulm-Ost verläuft die Grenze zwischen den südlichsten deutschen Bundesländern mitten durch die dortige Raststätte an der A 8. Die Inhaber vermarkten das humorvoll: Ein Wandbild zeigt die Position der Grenze und darüber hinweg springen sich ein Hirsch mit dem Baden-Württemberg-Wappen am Geweih und ein Löwe mit den Farben Bayerns am Schwanz freudig entgegen.
Im Gebiet der schwäbischen Donaustädte Ulm (Baden-Württemberg) und Neu-Ulm (Bayern, Regierungsbezirk Schwaben) gibt es viele solcher Kuriositäten. „Oft gehen sie auf Napoleon zurück“, sagt der Hobby-Historiker und Stadtführer Kurt-Uwe Schweigert. „1805 hat er in der Schlacht von Ulm Österreichs Deutschlandarmee besiegt und 1810 wurde hier bei uns der Grenzverlauf in die Mitte des Flusses gelegt.“
Ihre Lage an der Grenze wollen die beiden Städte künftig stärker als Standortvorteil nutzen, um Touristen anzulocken. „Zweilandstadt“ lautet das Schlagwort einer neuen Marketingkampagne, die mit beiden Oberbürgermeistern als Bannerträgern der jeweiligen Landeswappen gestartet wurde. Sie wird von rund 40 Partnern aus Hotellerie, Gastronomie und Handel unterstützt. „Essen Sie lieber schwäbische Maultaschen oder Münchner Weißwürste?“, heißt es auf der Webseite – an beiden Ufern bekommt man längst beides. Als Logo der Aktion dient das Ulmer Münster, das sich in den Farben Bayerns in der Donau spiegelt. Und weiter heißt es: „Kaufen Sie lieber bayerisch traditionell oder schwäbisch günstig ein? Wer keine Lust auf Entscheidungen hat, kommt nach Ulm/Neu-Ulm!“ lby