Egal, wie leise wir Enten quaken – einer hört uns immer: Waldkauz Ulrich. „Leider bekomme ich euer Geschnatter immer mit, selbst wenn ich das nicht hören will“, kauzte Ulrich gestern genervt. Neulich waren wir Enten sehr froh über Ulrichs Gehör. Meine Entenfreundin Klara hatte sich am Waldrand im Gestrüpp verwatschelt und quakte laut um Hilfe: „Au, ich hänge fest.“ Agnes und ich wollten ihr helfen. Doch wir fanden sie nicht. „Da drüben ist sie!“, kauzte Ulrich und zeigte mit dem Flügel auf ein Dornengestrüpp. „Das ist doch klar und deutlich zu hören.“ Mit vereinten Kräften gelang es uns, Klara zu befreien. „Wie hast du das gemacht?“, quakte meine Freundin Agnes. „Ich habe eben nicht nur sehr gute Ohren“, krächzte Ulrich. Im Dunkeln könne er sich auch mit Hilfe von Geräuschen orientieren. „So wie Enten und Menschen mit zwei Augen dreidimensional sehen könnt, kann ich auch räumlich hören.“ Weil seine Ohren in unterschiedlicher Höhe am Kopf sitzen, weiß er stets, wo ein Laut herkommt. Ein Ohr hört eher nach unten, das andere mehr nach oben. Zusammen ergibt das eine Art Klangbild. „Ich habe eben Super-Lauscher“, krächzte Ulrich. Und das, obwohl der Waldkauz im Gegensatz zu anderen Eulenarten keine Federohren hat. Die Federn an deren Ohren wirken wie Antennen: Sie helfen, den Schall in die Gehörgänge zu leiten. Eure Paula