Waldkauz Ulrich hat genug von seiner Baumhöhle. „Ich brauche einen Tapetenwechsel“, krächzte er. Der Kauz hatte auch schon eine neue Bleibe gefunden. Der starke Sturm neulich hat einige Bäume umgerissen. Ihre Wurzelstöcke ragen jetzt in die Höhe. In einem davon hatte Ulrich eine Lücke zwischen den Wurzeln entdeckt, durch die er schlüpfen konnte. „Das ist mal was anderes“, krächzte er. Frau Waldkauz sah das aber offenbar anders. Als wir in der Früh zum See watschelten, trafen wir Ulrich am Ufer hockend. Er ließ die Flügel hängen. „Was ist denn mit dir los?“, schnatterte ich. „Sie will sich die neue Wohnung noch nicht einmal ansehen!“, krächzte er. „Aber wir würden sie gern sehen“, quakte ich. Der Kauz flog voraus zu einem umgestürzten Baum. „Ein wunderbares Heim!“, krächzte er. „Aber der Frau Kauz ist das ja offenbar nicht gut genug. Sie wünscht eine Wohnung mit Ausblick.“ Ich quakte, ich könne sie da schon verstehen. „Ich weiß ja, dass ihr Waldkäuze auch in Wurzelstöcken nistet“, quakte ich. „Aber eine Baumhöhle ist für den Fuchs unerreichbar.“ Ich deutete auf den Wurzelstock. „Hier wäre ich mir da nicht so sicher.“ Ulrich legte den Kopf schief. „Meinst du?“, krächzte er. Ich bin mir sicher, dass er es sich noch mal überlegen wird. Zumal er sehr fürsorglich ist. Wenn Frau Kauz brütet, füttert er sie sogar – wie es sich für einen Waldkauz gehört. Eure Paula