Finanzskandal Bistum Eichstätt

Bischof kennt Beschuldigten von früher

von Redaktion

Eichstätt – Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke kennt einen der im Finanzskandal Beschuldigten schon länger. Damit bestätigte er gestern einen entsprechenden Zeitungsbericht. Die Bekanntschaft reiche in die Studienzeit zurück. Danach habe man sich aber „aus den Augen verloren“.

Zuletzt habe der Bekannte für eine Bank gearbeitet und ihn, Hanke, kontaktiert und gefragt, ob beim Bistum Interesse an einer Anlageberatung bestehe. „Daraufhin habe ich ihn mit unserer Finanzkammer in Verbindung gebracht“, so Hanke. Diese Bank habe dann tatsächlich auch das Vermögensmanagement der Diözese Eichstätt übernommen und erste erfolgreiche Anlagen getätigt. Das hätten auch die später von ihm eingeschalteten Wirtschaftsprüfer bestätigt.

Dann sei eine vakant gewordene Stelle in der Finanzkammer ausgeschrieben worden, auf die sich der Mann beworben habe, erläuterte Hanke. Eine Kommission aus dem Finanzdirektor, Generalvikar und dem zuständigen Bereichsleiter für Arbeitsrecht habe sich damit befasst und ihn als besten Bewerber identifiziert. So sei er zu diesem Amt gekommen.

Hanke sagte, ihn erschüttere, wie dieses Vertrauen von seinem ehemaligen Mitarbeiter missbraucht worden sei. Das mache ihm auch persönlich sehr zu schaffen. Er sei „zutiefst beschämt über den damit verbundenen Glaubwürdigkeitsverlust für uns als Kirche in Deutschland“. Die deutschen Bischöfe, die sich am 19. Februar in Hankes Diözese in Ingolstadt zu ihrer Frühjahrsvollversammlung treffen, habe er bereits in einem Brief informiert: „Ich wollte nicht, dass sie es aus der Presse erfahren, sondern von mir persönlich.“

Seit Ende Januar sitzt der kirchliche Mitarbeiter, von dem sich die Diözese im September 2016 getrennt hatte, in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen ihn und einen Geschäftspartner wegen Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit.

„Vielleicht hätte ich noch härter durchgreifen müssen“, sagte er. Schon 2012 habe er die ersten Reformen in kirchlichen Stiftungen in Gang gesetzt und dort externe Fachleute in die Gremien berufen. Damit habe er ein klares Signal gesetzt für den weiteren Weg, auch bei der Durchforstung des Vermögens im Bistum. Es sei ihm aber auch wichtig gewesen, seine leitenden Mitarbeiter für diesen Weg zu gewinnen, sagte Hanke. „Da gab es auch Widerstände. Vielleicht hat das alles zu lange gedauert.“ Er habe aber „auch nur zwei Hände“ und könne „nicht mit einem Zauberstab das ganze System auf einmal ändern“. kna

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