München – Handfeste Gewalt gegen Lehrer scheint in Bayern kein großes Problem zu sein. Das Kultusministerium konnte im Landtag keinen Fall aus der jüngeren Zeit nennen, bei dem Lehrkräfte am „Tatort Schule“ von Eltern oder Schülern attackiert worden sind.
Allerdings gibt es offenbar eine rege Nachfrage nach Kursen zur Gewaltprävention und Lehrergesundheit. Allein für den Zeitraum Februar bis Dezember 2018 werden in Bayern 144 Veranstaltungen zu Mobbing/Gewalt und weitere 165 zur Lehrergesundheit abgehalten.
Einhellig werteten die Landtagsabgeordneten im Bildungsausschuss dies als Hinweis für die Bedeutung des Themas. „Gewalt gegen Lehrer geht gar nicht“, sagte Michael Piazolo (Freie Wähler). Der Freistaat habe hier auch eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Bediensteten, betonte der Ausschussvorsitzende Martin Güll (SPD). Zwar sei man erleichtert über fehlende Fälle von körperlichen Attacken, wie es sie etwa gegenüber Polizisten oder Rettungskräften neuerdings gibt. Dennoch würde er zum Beispiel zu Mobbing-Vorfällen gerne Zahlen haben. Die aber gibt es nicht, wie das Ministerium eingestand. Nicht einmal Strafanzeigen von Lehrern bei Bedrohungen werden erhoben. dw