Ihr Zweibeiner nennt den Fasching auch die „fünfte Jahreszeit“. Das liegt daran, dass er das Leben mindestens so stark veränderte wie der Wechsel einer Jahreszeit. Im Fasching schien die Welt plötzlich kopfzustehen: Diener konnten ungestraft in die Rolle von Herrschern schlüpfen und sich über diese lustig machen. Es gab üppiges Essen und viel Alkohol. Die Menschen tobten sich noch einmal richtig aus. So fiel es ihnen leichter, die vielen Verbote einzuhalten, die es in der Fastenzeit gab. Auch wir Enten nutzten die tollen Tage, um uns den Bauch vollzuschlagen – zum Beispiel mit Krapfen. Die mag ich besonders, auch wenn es gesündere Speisen für Enten gibt. „Einmal im Jahr muss man sich was gönnen“, quakte ich meinen Entenfreundinnen. Die sahen das genauso. Zumal die Menschen an Fasching sehr freigebig sind. Klara hat es ein wenig übertrieben. „Irgendwie fühlt sich mein Bauch ein bisschen zu voll an“, schnatterte sie. Aber die Feierlaune ließ sie sich nicht verderben. „Die Fastenzeit ist lang genug“, quakte sie. „Da will ich vorher unbedingt noch ein paar Krapfen probieren. Vielleicht schenkt mir jemand einen mit Schokofüllung.“ Heute, am Faschingsdienstag, sei der letzte Tag der närrischen Zeit. „Da will ich schlemmen!“, quakte Klara. Die Franzosen nennen den Faschingsdienstag darum sogar „Mardi Gras“, was so viel heißt wie „Fetter Dienstag“. Eure Paula