Die Weißwurst
Der Legende nach am 22. Februar 1857 vom Münchner Metzger und Gastwirt Sepp Moser aus der Not heraus erfunden. Weil er keine Schafsdärme hatte, füllte er seine Kalbsbratwürste in Schweinedärme. Sie kamen in seinem Gasthaus „Zum ewigen Licht“ so gut an, dass er das Experiment und das Schweins- und Kalbsbrät mit Kräutern würzte. Die Würste bleiben übrigens weiß, weil kein Nitrit-Pökel-Salz, sondern nur einfaches Kochsalz verwendet wird.
Die Wollwurst
Manchmal auch Nackerte, Geschlagene oder Geschwollene genannt. Die Wurst hat keine Haut und fühlt sich im ungebratenen Zustand weich wie Wolle an. Das Kalbs- und Schweinebrät ist gewürzt mit Pfeffer, Ingwer, Macis, Kardamom und Zitrone. Wollwürste werden gebraten, dabei schwellen sie an.
Die Stockwurst
Eine Münchner Spezialität, die schon als ausgestorben galt. Sie ist der Weißwurst ähnlich, nur kleiner und dafür dicker. Sie enthält etwa fünf Prozent weniger Fett und ist etwas bissfester, da sie mehr Rindfleisch enthält. Statt Petersilie ist sie mit Muskat gewürzt. Angeblich kam sie mit Napoleon nach Bayern.
Nürnberger Rostbratwürste
Eher schlanke Bratwurst aus dem 15. Jahrhundert. Nürnberger Rostbratwürste werden am besten als „drei im Weggla“ bestellt. In „nackerter“ Form werden die Würste „Blaue Zipfel“ genannt. Sie werden in einem Zwiebel-, Essig- und Weinsud erhitzt und im Sud serviert.
Die Milzwurst
Ebenfalls eine Brühwurstspezialität, die etwa kirschkerngroße Stücke der Milz enthält. Der Rest ist Weißwurstbrät. Warm verzehrt, wird die Milzwurst meist mit Semmelbröseln paniert und in der Pfanne ausgebacken.
Der Presssack
Eine alte fränkische Wurstrezeptur. Weiß mit Kochsalz oder rot oder schwarz mit Schweineblut hergestellt. Enthält meist Schweinekopffleisch. Gehört auf den Brotzeitteller und wird in dicken Scheiben serviert.
Die Gelbwurst
Brühwurst mit relativ wenig Salz. Wurde früher Hirnwurst genannt. Erstmals 1905 erwähnt. Bei Kindern besonders beliebt, weil sie leicht süßlich schmeckt. Früher wurden bei der Herstellung mit Safranwasser gelb eingefärbte Wursthüllen verwendet – daher der Name. Aglaja Adam