Mein Dorf – Ostin

„Unser Waldfest ist das allerschönste“

von Redaktion

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Martin Mayer, 48, lebt mit seiner Familie in Ostin, einem Ortsteil von Gmund am Tegernsee im Kreis Miesbach. Der Kfz-Mechaniker wohnt da, wo andere Urlaub machen und weiß das zu schätzen.

-Ostin ist ganz nah am Tegernsee. Schöne Gegend, oder?

Ja. Wir leben am allerschönsten. Nicht direkt am See, wo der ganze Verkehr durchgeht. Aber fünf Minuten zu Fuß zum Oedberg mit seinem Skigebiet und der Sommerrodelbahn und fünf Minuten mit dem Radl runter zum See.

-Sind Sie oft auf der Piste am Oedberg?

Ich leider nicht. Aber meine Kinder – schon die großen (Zwillinge, 22) und jetzt meine beiden jüngeren (zwölf und neun Jahre) – sind im Winter fast täglich auf der Piste. Die machen nach der Schule schnell Hausaufgaben und fahren dann bis 18 Uhr Ski.

-Ist Ostin noch ein richtiges Bauerndorf?

Das verändert sich leider. Es hat schon noch den Charakter von einem Bauerndorf, aber es wird immer mehr gebaut, auch größere Mehrfamilienhäuser.

-Sehen Sie von hier aus den Tegernsee?

Nein, da liegen ein paar Hügel dazwischen.

-Verändern die Zugezogenen das Dorfleben?

Mei, wer dazugehören will, gehört schon dazu. In Ostin hockt man jetzt auch nicht einmal in der Woche am Stammtisch zusammen. Aber es ist wie bei einem Wikingervolk: Wenn man zusammenhalten muss, dann wird zusammengehalten. Und das soll auch gern so bleiben.

-Ist es bei Ihnen auch bisschen schickimicki?

Nein. Bei uns in Ostin wohnen ganz normale Leute. Klar kriegt man das Schicke am See schon mal mit, wenn man zum Beispiel zu manchen Waldfesten geht.

-Hat Ostin auch ein Waldfest?

Ja, seit 1976. Und es ist das allerschönste. Es geht noch recht gemütlich zu, obwohl auch zu uns inzwischen viele Münchner rauskommen, seit es Trend geworden ist, auf die Waldfeste zu fahren.

-Kommen viele Touristen?

Klar. Geheimtipps in dem Sinne gibt es am Tegernsee nicht. Aber das ist auch gut so. Die Region lebt vom Fremdenverkehr, wir brauchen die Gäste.

-Was wünschen Sie sich für Ostin?

Dass es nicht noch mehr zugebaut wird. Außer am Oedberg: Da wäre es gut, wenn ein Campingplatz gebaut werden würde. Das würde Radfahrer anlocken. Wir liegen an der Strecke Bodensee – Königssee.

-Und wo ist der schönste Platz in Ostin?

Wenn man von Ostin auf die Neureuth raufgeht und dann von unserem Hausberg auf Ostin runterschaut.

Interview: Aglaja Adam

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