Neulich schnatterten wir Enten darüber, welcher Baum bei uns am See wohl die meisten Jahre auf der Rinde hat. Wir konnten uns nicht einigen, das Geschnatter war groß. Da fiel mir ein, dass es ganz im Süden von Italien einen wirklich uralten Baum gibt. „Der reckte seine Äste schon zur Zeit der alten Römer in den Himmel“, quakte ich. Dieser Baum hat sogar einen Namen. „Er heißt Kastanienbaum der hundert Pferde. Der wächst am Hang des Vulkans Ätna, und zwar in der Nähe der Stadt Sant’Alfio.“ Das hatte ich in einem Buch der Biberin Frau Dr. Raspelzahn gelesen. Viele Zweibeiner sagen, dieser Kastanienbaum sei der älteste Baum Europas. Er ist eines der ältesten Naturdenkmäler und steht damit unter besonderem Schutz. Wie alt der Baum genau ist, weiß allerdings keiner so genau. Er wird auf 2000 bis 4000 Jahre geschätzt – viel Zeit zum Wachsen: Er ist jedenfalls riesig. Schon vor fast 400 Jahren schrieb ein Dichter, dass etwa 30 Pferde in seinen hohlen Stamm gepasst hätten. Seinen Namen hat der Baum wohl von einer Geschichte, die man sich von ihm erzählte: Eine Königin mit ihrer Gefolgschaft, bestimmt hundert Reiter, soll von einem Gewitter überrascht worden sein. Doch unter dem riesigen Baum fanden alle Platz. „Dabei weiß doch jedes Küken, dass es gefährlich ist, sich bei einem Gewitter unter einen Baum zu stellen“, quakte ich. Eure Paula