München/Rosenheim – Die Vorstandswahlen des AfD-Bezirks Oberbayern müssen wiederholt werden. Das hat das Landesschiedsgericht der Partei nach Informationen unserer Zeitung entschieden, nachdem es wochenlang parteiintern Streit gegeben hatte. Bis zur Neuwahl übernimmt der Landesvorstand die Leitung des mitgliederstärksten AfD-Bezirks in Bayern.
Hintergrund ist die Debatte um den Mitgliedsstatus von Franz Bergmüller. Er war im Januar auf der Bezirksversammlung zum Vorsitzenden gewählt worden, obwohl er zu diesem Zeitpunkt in der Datenbank nicht mehr als AfD-Mitglied geführt wurde. Er erhielt dennoch Wahlrecht. Vor einigen Tagen entzog ihm dann der Landesvorstand wie berichtet die Mitgliedsrechte. Das Schiedsgericht kam nun zu dem Schluss, dass Bergmüller nie als Vollmitglied in die AfD aufgenommen wurde.
Bergmüller, der nach seiner Darstellung 2013 in die AfD eingetreten ist, will nun vor einem ordentlichen Gericht klagen. Zudem dürfte das Bundesschiedsgericht eingeschaltet werden. Er wolle versuchen, das „politisch motivierte Urteil“ richtigzustellen, sagte Bergmüller unserer Zeitung. „Im Endeffekt geht es um einen Richtungskampf mit mir als Repräsentanten des bürgerlichen Lagers gegen zerstörerische und egoistische Elemente in der AfD.“ Bergmüller ist im Stimmkreis Rosenheim-West der AfD-Direktkandidat für die Landtagswahl. Eigentlich wollte er die Partei im Oktober auch als Spitzenkandidat in den Landtag führen. Die Bezirksliste dazu wird Ende April gewählt. Sebastian Dorn