Mehrere Menschen eingebrochen – ein Toter

Lebensgefährlicher Gang aufs Eis

von Redaktion

von Dominik Göttler

München – Hilfeschreie schreckten am Samstagnachmittag Spaziergänger am Altmühlsee im fränkischen Gunzenhausen auf. Die Schreie kamen vom See, offenbar war ein Mann eingebrochen. Die Spaziergänger setzten sofort einen Notruf ab. Wasserwacht, DLRG und Feuerwehr eilten zu Hilfe, doch der eingebrochene Mann war nicht mehr zu sehen – die Retter vermuteten ihn unter der Eisfläche. Doch die Suche gestaltete sich schwierig, ein 20-jähriger Ersthelfer brach sogar selbst ein und musste mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden. Am Abend blieb den Helfern nichts anderes übrig, als die Suche zu unterbrechen. Die Hoffnung, den Mann lebend zu finden, schwand immer mehr.

Gewissheit gab es dann am Sonntag: Gegen 13 Uhr fanden die Rettungskräfte mithilfe der ausgewerteten Sonaraufnahmen die Leiche eines 75-jährigen Mannes aus Baden-Württemberg. Er war laut Polizei Gast auf einem nahegelegenen Campingplatz.

Der Mann war nicht der einzige, der sich am Wochenende aufs Eis gewagt hatte – und das, obwohl zahlreiche Wasserwachten vor dem Tauwetter gewarnt hatten. In einigen oberbayerischen Seen waren Betretungsverbote ausgesprochen worden (wir berichteten). Mit einem Schrecken sind zwei Spaziergänger am Augsburger Kuhsee davon gekommen. Ein Mann und ein Teenager waren ebenfalls am Samstagnachmittag auf dem Eis unterwegs und näherten sich einer offenen Stelle, in der Enten schwammen. Das Eis gab nach und die beiden landeten im eiskalten Wasser, das an der Stelle etwa 2,5 Meter tief war. Zu ihrem Glück hatten aufmerksame Passanten das Unglück beobachtet – sie eilten den beiden sofort zu Hilfe und konnten sie aus dem Wasser ziehen, bevor die Wasserwacht angerückt war. Die Helfer versorgten die beiden Männer – der jüngere der beiden kam zur Sicherheit noch für eine Untersuchung ins Krankenhaus.

Schlimmes befürchteten die Einsatzkräfte zunächst auch in der Nacht zum Samstag bei Habach im Landkreis Weilheim. Bei der Inspektion wurde gemeldet, dass sich ein VW-Bus in einem kleinen Weiher in Habach befinde. Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Wasserwacht fand den Wagen auch sofort – glücklicherweise war aber niemand mehr in dem Bus. Von den Insassen fehlte zunächst jede Spur. Erst später fiel der Polizei nahe der Unfallstelle ein Fahrzeug auf, das dort umständlich wenden wollte. Im Wagen: drei durchnässte und frierende Männer zwischen 21 und 28 Jahren. Nur gefahren haben wollte den VW Bus niemand. Erst im Laufe des Samstags konnte schließlich geklärt werden, dass die drei nach einer Geburtstagsfeier mit reichlich Alkohol noch eine nächtliche Spritztour mit dem Bus der Mama des Fahrers hingelegt hatten. Ein teurer Spaß: Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 80 000 Euro.

Auch in den nächsten Tagen ist auf Bayerns Seen höchste Vorsicht geboten. Denn es wird weiter deutlich milder, niedrige zweistellige Temperaturen sind wieder in Reichweite. Trotzdem kann es nachts immer wieder Frost geben – das sorgt für Glättegefahr.

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