München – Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ortet bei der S-Bahn München ein Personalproblem. 60 Lokführer würden fehlen, erklärte der aus zurückliegenden Streiks bekannte streitbare GDL-Bundeschef Claus Weselsky in einer Mitteilung. Weselsky wird am Donnerstag die Betriebsversammlung der S-Bahn besuchen. Hintergrund: Es stehen Betriebsratswahlen an, da ist auch Wahlkampf ratsam.
Neu ist Weselskys Behauptung nicht. Die S-Bahn selbst erklärte schon mehrmals, sie suche laufend Personal. Laut Weselsky hat sich vor Ort Unmut angestaut. Das Durchschnittsalter der S-Bahn-Triebfahrzeugführer liege bei fast 50 Jahren. „Unrealistische Prognosen zum autonomen Fahren, unregelmäßiger Schichtdienst und teure Wohnungen machen die Probleme bei der Nachwuchsgewinnung immer größer.“ Die Bahn kommentierte diese Ausführungen gestern nicht.
Ebenfalls am Donnerstag werden die S-Bahn-Probleme Thema im Landtag sein. Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) und der bayerische Bahn-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel werden im Wirtschaftsausschuss zu den jüngsten Pannen Rede und Antwort stehen. dw