LUFThansa holt den A 380 nach München

Fünf Riesenvögel und ein zu kleiner Hangar

von Redaktion

von dirk walter

München – Ein Jahr und zwei Wochen ist Wilken Bormann (48) nun Lufthansa-Chef in München. Jetzt kommt seine bisher größte Bewährungsprobe: An diesem Samstag, Punkt 12 Uhr, trifft der erste von fünf Airbus A 380 in München ein. Die Maschinen werden von Frankfurt nach München verlegt.

Als die Lufthansa diesen Schritt 2017 ankündigte, herrschte gerade Eiszeit zwischen dem Unternehmen und dem Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport. Mittlerweile sind die Streitereien über Flughafengebühren ausgeräumt, doch die Verlegung ist geblieben. Die Lufthansa in München boomt, sagt Bormann. Er spricht von zehn Prozent Wachstum in einem Jahr – „das hatten wir seit zehn Jahren nicht mehr“. Nun „haben wir in München eine Größe erreicht“, schwärmt er, „dass wir den A 380 effizient einsetzen können“. Auch die Verantwortlichen am Flughafen sind froh über die Entscheidung. Kommunikationschef Hans-Joachim Bues spricht von einem „Riesensprung nach vorne“ – neben München sind in Europa nur noch in Frankfurt, Paris und London A 380 stationiert.

Klar, dass die erste Maschine am Samstag für Schaulustige gebührend präsentiert wird. Die Lufthansa lotst das Flugzeug über das gesamte Flughafenareal, sodass die Maschine vom Besucherhügel sowie der Aussichtsterrasse im Terminal 2 gut zu sehen sein wird. Neben einer „Aktionswoche“ gibt es – allerdings nur für geladene Gäste – einen Festakt, der am Mittwoch stattfindet. Dann wird ein A 380 zu einem von den Grünen misstrauisch beäugten Rundflug starten – je nach Wetterlage geht es Richtung Italien oder Augsburg.

Am übernächsten Sonntag, 25. März, beginnt der reguläre Flugbetrieb. Der erste A 380 hebt um 12 Uhr Richtung Los Angeles ab, weitere Flugziele des A 380 sind Hongkong und Peking. Im Winterflugplan ändern sich die Ziele allerdings: San Francisco, Miami und Shanghai. Die Lufthansa benötigt diese Varianz, um die Maschine zu füllen. Der A 380, dessen Betrieb nach Lufthansa-Aussage selbst im Europaverkehr aufgrund des Treibstoffverbrauchs und der Größe nicht wirtschaftlich wäre, ist auch im Interkontinentalverkehr kein Selbstläufer – es wird an Bormanns Team liegen, die Maschinen voll zu bekommen.

Die Lufthansa stationiert die Flugzeug-Crews fest in München und führt auch kleinere Wartungen vor Ort durch. Dabei gibt es aber ein Problem: Der Hangar 1, den Lufthansa Technik von der Flughafen GmbH gemietet hat, ist um zwei Meter zu klein. Das Tor misst 22 Meter, das Heck-Leitwerk des A 380 ist indes 24,1 Meter hoch. Daher wird bei Arbeiten an der Maschine das Heck aus der Halle ragen, diese wird dann mit einer Art Vorhang abgedichtet, wie Bormann erläuterte. Falls sich der A 380 in München rechnet, ist der Bau einer neuen, etliche Millionen teuren Halle nicht ausgeschlossen. Es gebe dazu Verhandlungen zwischen FMG und Lufthansa, heißt es. Vorerst werden aber die Münchner Maschinen für ihre große Inspektion nach Manila/Philippinen fliegen müssen.

A 380-Aktionswoche

Vom 21. bis 28. März bieten Flughafen und Lufthansa eine „A 380-Aktionswoche“ mit Erlebnisweg und Rallye an. Höhepunkt ist ein Thementag am Sonntag, 25. März. Buchung von Rundgängen unter www.munich-airport.de/aktionswoche380

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