Unterschleißheim – Ausgerechnet die Wasser-Hauptschlagader der Stadt erwischte eine Baufirma bei Arbeiten zur Barrierefreiheit am S-Bahnhof von Unterschleißheim (Landkreis München). Mit tonnenschweren Spundwänden, die sie in den Boden rammten, durchtrennten die Arbeiter am späten Montagnachmittag versehentlich die gusseiserne, 40 Zentimeter starke Leitung. Die folgende Flut war kaum zu bändigen: Rund 600 Liter Wasser pro Sekunde überschwemmten die Fußgängerunterführung sowie benachbarte Straßen, eine Tiefgarage, mehrere Aufzugsschächte und Keller.
Händisch mussten acht Leitungen in der Umgebung abgeriegelt werden, bevor die Feuerwehr die Wassermassen abpumpen konnte. Dadurch waren Anwohner und Firmen stundenlang von der Wasserversorgung abgeschnitten. Insgesamt 40 Einsatzkräfte waren bis zum frühen Morgen im Einsatz. Der S-Bahnverkehr auf der Linie 1 musste kurzzeitig eingestellt werden, bevor die Züge wieder langsam über das durchschwemmte Gleisbett fahren durften.
Wie groß der entstandene Sachschaden ist, wird sich wohl erst in den kommenden Tagen herausstellen. Auch wen die Schuld an der Misere trifft und wer für die damit verbundenen Kosten aufkommen wird, ist noch unklar. Einem Bahnsprecher zufolge liegen der Baufirma Lagepläne zu den Leitungen im Unterschleißheimer Untergrund vor – ausgerechnet die betreffende Hauptwasserleitung sei aber nicht eingezeichnet. „Die Pläne waren mehrfach ausgelegt, niemandem ist dabei etwas aufgefallen“, so der Sprecher. Patricia Kania