Bischöfe stärken Demokratiearbeit

von Redaktion

Augsburg – Die bayerischen Bischöfe verstärken angesichts der Zunahme neuer rechter und populistischer Bewegungen den Einsatz für Demokratie und Menschenwürde. In Nürnberg und Freising gründet die katholische Kirche noch in diesem Jahr zwei neue „Kompetenzzentren für Demokratiearbeit“, wie der Münchner Kardinal Reinhard Marx gestern zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz mitteilte. Das Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Haus und das Freisinger Kardinal-Döpfner-Haus erhalten dafür zunächst befristet auf zwei Jahre je eine halbe Stelle. Dafür stehen pro Jahr insgesamt 100 000 Euro zur Verfügung.

Bei beiden Bildungshäusern handle es sich um „etablierte Träger“, die auf dem Gebiet bereits tätig seien. Besorgt äußerte sich Marx über die Zunahme völkischer Sprache, von Schwarz-Weiß-Denken und einer rein negativen Sicht auf ganze Religionen in öffentlichen Debatten. Solche Tendenzen führten „zu Unfrieden“. Er hoffe, „dass die Christen in solchen Auseinandersetzungen wissen, was die Sprache des Evangeliums ist und wie sie sich entsprechend aufstellen müssen“. Er sei aber zuversichtlich, dass die Kirche weiter ein Ort bleibe, an dem Gräben nicht vergrößert, sondern zugeschüttet würden, an dem „Hass und Gegeneinander“ nicht zunähmen, sondern das Verständnis für den anderen. Die Bistümer und insbesondere ihre Bildungsarbeit träten rechtsextremen, rassistischen und menschenverachtenden Tendenzen entschieden entgegen, versicherte der Kardinal. Eine pauschale Bewertung bestimmter Parteien wie etwa der AfD wollte Marx auf Nachfrage von Journalisten nicht vornehmen. Der Kirche gehe es „um Haltung, um Parolen und einzelne Stellungnahmen“, auf die sie eingehen müsse.

Auch der Eichstätter Finanzskandal war Thema. Marx sagte, die Vorgänge zeigten, dass die deutschen Bistümer insgesamt schneller auf vergleichbare und transparente Vermögensverhältnisse hinarbeiten müssten. In Bayern „sind wir nicht weiter“, räumte der Kardinal ein.  kna

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