Hilfspfleger-Fall

Zehn Todesfälle geprüft

von Redaktion

München/Duisburg – Im Fall des inhaftierten und unter Mordverdacht stehenden Hilfspflegers prüft die Münchner Staatsanwaltschaft I bundesweit in zehn weiteren Todesfällen einen Zusammenhang. „Es gibt in einigen Fällen Auffälligkeiten, denen jetzt nachgegangen wird“, sagte eine Sprecherin. Ob auch Fälle in Bayern dabei sind, will die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Bis geklärt sei, ob es einen Zusammenhang gebe, sei extreme Zurückhaltung angebracht, so die Sprecherin.

Zwei Leichen seien bereits exhumiert worden. Bisher wurden der Polizei 49 Orte gemeldet, an denen der Hilfspfleger gearbeitet haben soll. Ins Auge gefasst sei auch eine Zusammenarbeit mit der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“, um weitere Hinweise zu bekommen.

Der 36-jährige Pole soll in Ottobrunn (Landkreis München) einen 87-jährigen Pflegebedürftigen mit Insulin getötet haben. Nach seiner Festnahme wurden bei ihm die EC-Karten und Geheimnummern des Toten gefunden. Daraufhin startete die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung, um zu klären, ob es weitere Fälle gibt.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hält eigene Fehler für möglich. Die Duisburger hatten 2017 im Fall eines pflegebedürftigen Mülheimers ermittelt, der zwei Monate nachdem der Pole ihn gepflegt hatte, starb. Der Mann war mit Unterzuckerung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Auch nachdem die Münchner Staatsanwaltschaft die Kollegen im Ruhrgebiet auf einen ähnlichen Fall in Weilheim aufmerksam gemacht hatte, stellte die Duisburger Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Haftbefehl. Die Behörde bittet jetzt die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf um eine unabhängige Prüfung durch eine andere Staatsanwaltschaft.  lby/mm

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