München – Viele Menschen sind einfach nur genervt – schon wieder werden die Uhren umgestellt. In der Nacht zu Sonntag springen sie von 2 Uhr auf 3 Uhr. Viele fühlen sich einer Stunde Schlaf beraubt. Wer nicht jammern will, kann aber auch einfach das Beste daraus machen, sagt Psychologieprofessorin Katja Mierke. Durch die Sommerzeit bleibt es nämlich abends eine Stunde länger hell. Streng genommen verschiebt sich die freie Zeit, in der es hell ist, durch die Zeitumstellung lediglich. Denn morgens geht die Sonne ja – bezogen auf die Uhren – eine Stunde später auf. Insgesamt betrachtet haben die Menschen also nicht mehr Licht. Berufstätigen aber kommt die Stunde am Abend entgegen, sagt Mierke. Das gilt jedenfalls in sozialer Hinsicht: „Morgens um halb sechs trifft sich niemand mit Freunden zum Grillen.“ Abends passiert das schon eher. Bleibt nach der Arbeit eine Stunde mehr Licht, hat das auch einen psychologischen Effekt, betont Mierke: „Gefühlt bleibt so einfach noch mehr vom Tag übrig.“
Die negativen Auswirkungen, die der Mini-Jetlag auf den Schlaf haben kann, lassen sich allerdings kaum wegdiskutieren. Wer ohnehin schon Probleme hat, morgens früh aufzustehen, wird durch die Zeitumstellung noch weiter belastet. Und einige, die in der Nacht auf Sonntag arbeiten gehen, müssen die verlorene Stunde reinarbeiten.
Im Grunde handelt es sich um einen öffentlichen Beschluss, nach dem alle eine Stunde früher zur Arbeit bzw. in die Schule gehen müssen, erklärt Till Roenneberg, Leiter der Human Chronobiologie an der LMU. So lange dieser Beschluss gilt, hilft gegen den Ärger nur, an lauen Sommerabenden ganz bewusst die Sonne zu genießen. dpa