Nürnberg – In einigen bayerischen Städten gehören sie längst zum gewohnten Bild: Radelnde Polizisten haben dort ihre Stärke, wo Streifenwagen passen müssen, in Parks und engen Fußgängerzonen. Jetzt sollen die Beamten auch mit geeigneten „Radl-Uniformen“ ausgestattet werden. Aber mit welchen?
Grau-schwarz oder neongelb-blau ist die Frage: In drei bayerischen Städten wollen Radstreifen der Polizei bis zum Herbst verschiedene Arten der Einsatzkleidung testen. Danach solle entschieden werden, wie künftig die „Radl-Uniform“ der bayerischen Polizei aussehe, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Kleidervorstellung am Freitag in Nürnberg. Bisher trugen die Beamten bei Streifenfahrten mit dem Fahrrad normale Einsatzkleidung.
Neben der grau-schwarzen Radbekleidung der österreichischen Polizei testen die Beamten auch die bei Einsätzen getragene neongelb-blaue Funktionskleidung der baden-württembergischen und der nordrhein-westfälischen Biker-Polizei. Radstreifen in München-Schwabing, Erlangen und Passau sollen dabei Trikots, gepolsterte Fahrradhosen, Softshell-Jacken und Helme auf ihre Atmungsaktivität, Witterungsbeständigkeit und Sichtbarkeit hin prüfen.
Bayernweit sind nach Herrmanns Angaben in der wärmeren Jahreszeit rund 400 Beamte als Radstreifen unterwegs. Bisher hätten sie sich bei diesen Einsätzen mit Teilen ihres Einsatzanzugs samt Poloshirt beholfen. „An heißen Tagen war es den Beamten darin viel zu warm und daher manchmal ziemlich hart“, berichtete der Leiter der Schwabinger Polizei-Inspektion, Peter Breitner.
Nach seinen Worten nutzen in Schwabing 25 Beamte das Polizei-Fahrrad für Einsätze etwa in Parkanlagen. Inzwischen beteiligen sich Radstreifen auch bei der Fahndung nach Straftätern. Sie seien oft viel schneller vor Ort als ihre motorisierten Kollegen. Auch gegen rücksichtslose „Radl-Rambos“ gehen die Beamten gelegentlich vor. „Radstreifen schaffen einfach mehr Mobilität und Flexibilität, die wir bisher nicht hatten“, bilanzierte Breitner. lby