Mein Dorf – oberbergkirchen

„Das Stadion heißt nach mir“

von Redaktion

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Adam Holzner, 87, lebt sein ganzes Leben lang schon in Oberbergkirchen im Kreis Mühldorf am Inn. Er liebt sein Dorf und den Sportplatz.

-Wohnen Sie mitten im Dorf Oberbergkirchen?

Nein. Ich bin im Ortsteil Aubenham geboren. Hier hat mein Großvater 1894 eine Ziegelei gegründet, er hieß auch Adam Holzner. Heute führt mein Sohn Adam Holzner, 52, das Unternehmen in vierter Generation.

-Aber Sie fühlen sich als Oberbergkirchner?

Freilich. Das Dorf mit seinen 700 Einwohnern ist nur einen Kilometer entfernt. Und der Treffpunkt ist bei uns in Aubenham: der Sportplatz.

-Sind Sie selbst auch oft auf dem Sportplatz?

Ja. Der ist nur 300 Meter von meinem Haus entfernt. Ich bin immer noch einmal in der Woche beim Stockschießen.

-Dann ist der Sportplatz Ihr Lieblingsplatz?

Ja. Ich bin eng verbunden mit dem Oberbergkirchner Sportverein. Ich war 1966 Gründungsmitglied und lange im Vorstand. Zu meinem 80. Geburtstag wurde mir eine große Ehre zuteil. Seitdem heißt unser Stadion nach mir: Adam-Holzner-Stadion.

-Was gibt es in Aubenham außer der Ziegelei?

Hier stehen 15 Häuser. Man kennt sich. Und es gibt eine bekannte Fundstelle und eine kostenlose Ausstellung.

-Was wurde gefunden?

Fossilien, die rund neun Millionen Jahre alt sind, aus dem Tertiärzeitalter. Aus dieser Zeit gibt es wenige Fundstellen. Schon in den 1970ern gab es Ausgrabungen.

-Was gibt es in Oberbergkirchen noch zu sehen?

Oberbergkirchen hat zwei Kirchen mit Zwiebeltürmen. Das ist eine Seltenheit in Bayern. Und natürlich ist es bei uns einfach schön, wir liegen im tertiären Hügelland.

-Wo kann man in Oberbergkirchen einkehren?

Das ist etwas, was ich bedauere. Leider sterben die Landgasthäuser aus. Unser Schmiedwirt hat vor vielen Jahren geschlossen. Inzwischen sind Wohnungen in dem Haus.

-Gibt es viel Zuzug?

Ja. Es ist gerade erst ein Baugebiet ausgewiesen worden. Wunderschön am Hang gelegen. Unser Dorf wächst.

-Leben Ihre Kinder und Enkelkinder auch hier?

Mein Sohn und meine Tochter, 50, schon. Die beiden jüngeren Enkelsöhne, acht und zehn Jahre alt, auch. Die beiden älteren Enkelsöhne sind über 20. Die leben in München und Mühldorf. Aber vielleicht kommen sie ja irgendwann zurück.

-Kennen Sie die Zugezogenen?

Nicht alle. Aber die, die den Weg zum Sportverein finden, kenne ich und die finden auch schnell Anschluss.

-Und wenn man doch mal auf ein Bier will?

Das bekommt man im Vereinsheim. Oder in Irl oder Gantenham.

Interview: Aglaja Adam

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