erste Flughäfen in Oberbayern

von Redaktion

Bad Tölz

Insgesamt 50 bayerische Städte und Kommunen erforschte Historiker Stefan Lülf in seinem Buch über die Luftverkehrsgeschichte im Freistaat. Hier stellen wir die Entwicklungen der 1920er-Jahre in vier Orten der Region vor.

Erst im zweiten Versuch, im Sommer 1925, ließ sich der Tölzer Stadtrat dazu überreden, einen geeigneten Flugplatz zu suchen. Angetrieben wurde das Ganze durch den ehemaligen Kriegsflieger Eduard Ritter von Schleich, der zu diesem Zeitpunkt für die Trans-Europa-Union des Junkerskonzerns arbeitete. Fündig wurde die Stadt schließlich zweieinhalb Kilometer nordöstlich, an der Gabelung der Landstraße Richtung Miesbach und Holzkirchen. Genutzt wurde der Flugplatz vor allem für Flüge der „Alpenrandlinie“ München – Füssen – Bad Tölz – München. Den Namen Bad Tölz trug auch ein Flugzeug der bekannten Tölzer Fliegerin Christl-Marie Schultes, die im Mai 1931 bei Passau abstürzte.

Garmisch wurde in der Weimarer Republik nicht an das bayerische Luftverkehrsnetz angeschlossen – trotz der Bedeutung als Fremdenverkehrsort. Im Oktober 1924 wendete sich Eduard Ritter von Schleich an die Kurverwaltung. Geplant war neben einer Strecke München – Garmisch auch ein Ort, als Zwischenlandungen auf der Linie München – Mailand. Dass das Vorhaben allerdings nicht zustande kam, hatte zwei Gründe: Zum einen gab es gegenüber der elektrifizierten Eisenbahn nur einen geringfügigen Zeitvorteil, zum anderen lehnte die Verwaltung eine finanzielle Unterstützung ab. Ein weiteres Gegenargument könnte auch das Unglück des Rumpler Luftverkehrs gewesen sein. 1921 war ein Flugzeug beim Start in eine Menge geraten – zwei Menschen starben, drei Kinder wurden schwer verletzt.

1925 gründete sich in Rosenheim ein Verein, der nicht nur den Flugsport fördern, sondern die Stadt auch an den Weltflugverkehr anschließen wollte. Pläne für einen Flugplatz am städtischen Haustätter Gut wurden bereits konkretisiert, scheiterten aber daran, dass der Grund bereits verpachtet war und der Stadt keine Mittel für ein anderes Grundstück zur Verfügung standen. Auch das Vorhaben von 1930, einen Landeplatz zwischen „Heilig Blut“ und Aising zu errichten, wurde nicht umgesetzt.

Zunächst scheiterten 1924 die Bemühungen von Robert Banflied von der Chiemsee Werft- und Sportgesellschaft, Prien in die Fluglinie von München nach Bad Reichenhall einzubinden. 1931 konnte allerdings mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und des Bayerischen Luftvereins zumindest ein Privatlandeplatz eröffnet werden. Er etablierte sich als Ausflugsziel für Münchener Sportflieger und Landeplatz der Verkehrsfliegerschule Schleißheim.  tas

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