Nur dürftige Förderung für Lastenfahrräder

von Redaktion

München – Mit Muskelkraft und Elektroantrieb – seit neun Monaten sind auch im Münchner Stadtgebiet UPS-Paketdienste unterwegs, die ihre Packerl mit einem Lastenfahrrad ausliefern. Insgesamt zehn Kuriere hat UPS mit den Rädern ausgestattet.

Solche Vorzeigeprojekte können staatlich gefördert werden – doch die Zuschüsse sind gering, wie jetzt eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion ergab. Gerade einmal 2,5 Millionen Euro Förderung im Jahr sind bundesweit für Lastenfahrräder reserviert. Der Bund stelle damit nicht mehr Mittel bereit als die Stadt München, kritisiert der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar, in seiner Fraktion für den Radverkehr zuständig. Die Förderung reiche bei Weitem nicht aus und müsse erhöht werden. Zum Vergleich verweist Gelbhaar auf die staatliche Förderung, die jährlich für E-Autos zur Verfügung steht: 100 Millionen Euro.

Aus der Anfrage ergibt sich, dass die Bundesregierung E-Lastenfahrräder mit einem Mindesttransportvolumen von einem Kubikmeter und 150 Kilo Nutzlast fördert. Private Nutzer sind von der Förderung ausgeschlossen, was Gelbhaar für falsch hält. Insgesamt wurden bisher 81 Lastenräder für eine staatliche Förderung angemeldet, 25 davon in Bayern. Diese Bilanz halten die Grünen für sehr dürftig. „Lastenfahrräder müssen viel stärker und breit gefördert werden, um sich sichtbar und flächendeckend durchzusetzen.“ Solche Fahrräder seien ein Baustein, um sauberere Luft in den Städten durchzusetzen, wo die Pakete normalerweise mit Kleinlastern ausgeliefert werden. Beim Engagement von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bleibe in dieser Sache „Luft nach oben“.  dw

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