Ohne Federn könnten wir Enten nicht fliegen. Anders die Schmetterlinge: Statt Federn haben sie viele kleine bunte Schuppen auf ihren Flügeln. Diese liegen wie Dachziegel übereinander. Schmetterlinge brauchen diese Schuppen zum Fliegen. Darum darfst du einen Falter nie anfassen: Dabei geht die empfindliche Schuppenschicht leicht kaputt – und ein Schmetterling, der nicht fliegen kann, hat keine Chance. „Wäre es nicht so gefährlich, ich würde an kühlen Tagen gern auf der Hand eines Zweibeiners landen“, flüsterte das Tagpfauenauge, das wir Enten getroffen haben. „Da könnte ich mich aufwärmen.“ Denn Wärme könnte der Schmetterling an kalten Tagen gut gebrauchen. „Ist es zu kalt, kann ich nicht fliegen“, flüsterte er. Dann erzählte uns der Falter von seiner Kindheit: „Vergangenen Sommer bin ich aus dem Ei geschlüpft“, flüsterte er. „Meine Mama habe ich leider nicht kennengelernt.“ Aber so sei das bei Schmetterlingen: Tagpfauenaugen kleben die Eier auf die Unterseite eines Brennnesselblattes, dann flattern sie davon. Der Schmetterling musste also allein zurechtkommen. „Als Raupe habe ich die Brennnesselblätter gefuttert“, flüsterte er. Dann zitterte er mit den Flügeln – aber nicht aus Angst: Die Sonne war hinter Wolken verschwunden und es wurde kühler. Um wieder losfliegen zu können, musste sich der Falter daher erst warmzittern. Eure Paula