Als bayerische Ente bin ich natürlich stolz auf den Maibaum im Dorf, das nur einen Katzensprung vom See entfernt liegt. Der ist gestern aufgestellt worden. Und ich finde, dieser Maibaum ist der schönste überhaupt. „Tu doch nicht so, als ob du alle Maibäume kennen würdest“, brummte Waschbär Waldemar. Er wohnt in einem Waldstück in der Nähe in einer Baumhöhle. „Direkt davor stand früher ein gerader Prachtbaum“, brummte er. „Aber jetzt ist er weg.“ Vor Kurzem sind nämlich Menschen in den Wald gekommen. Sie haben den schönen Baum gefällt, um einen Maibaum aus ihm zu machen. Jetzt steht er mitten im Dorf. „So etwas gibt es nur in Bayern“, brummte Waldemar. Da täuschte sich der Waschbär aber. So war ich vergangenen Sommer an der Nordsee im Urlaub, genauer gequakt in Ostfriesland. Ihr werdet es kaum glauben: Dort habe ich auch einen Maibaum gesehen. Auch die Bräuche drum herum waren recht ähnlich. So wird ein Maibaum, bevor er aufgestellt wird, gut bewacht. Auch in Ostfriesland kann es jederzeit passieren, dass er von anderen geklaut wird und dann freigekauft werden muss. „Die Ostfriesen nehmen aber meist Laubbäume wie Birken“, quakte ich. „Die Bayern bevorzugen sehr gerade Nadelbäume.“ Aber auch im Norden werden die Bäume schön geschmückt. „Und die Ostfriesen sind genauso stolz auf ihre Maibäume wie die Bayern.“ Eure Paula