„Nationale Alleingänge“

von Redaktion

Verkehrsministerin gegen Tiroler Blockabfertigung

München/Kufstein – Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Blockabfertigungen auf der Inntalautobahn bei Kufstein kritisiert. Insgesamt 25 sogenannte Dosierungen zur Drosselung des Lkw-Verkehrs plane das Land Tirol noch in diesem Jahr. „Das ist völlig überzogen“, erklärte Aigner. Bayern lehne die Blockabfertigung als Eingriff in den freien Warenverkehr entschieden ab. Sie sei keine Lösung, sondern verlagere nur Verkehrsprobleme auf die bayerische Seite. „Nationale Alleingänge sind wenig hilfreich.“

Um nach Feiertagen die Belastung durch Lkw zu verringern, wird die Zahl der einfahrenden Lastwagen ab 5 Uhr morgens „dosiert“. Dies bedeutet, dass dann an einer Kontrollstelle nahe Kufstein Nord nur maximal 250 bis 300 Lkw pro Stunde durchfahren dürfen. Aigner erklärte, Stundenwerte von 600 Lkw seien sonst keine Seltenheit.

Schon mehrmals hatten CSU-Politiker dagegen protestiert – auch auf EU-Ebene. Nachdem es zunächst keine Einwände gegeben hatte, hieß es zuletzt von Seiten der EU-Kommission, dass die Zahl der Sperrungen unverhältnismäßig seien.

Nichtsdestotrotz hat Tirol angekündigt, die Blockabfertigungen fortzuführen. Allein im Mai sind zehn Termine angekündigt worden. Auch am heutigen Mittwoch soll es wieder Blockabfertigungen geben. Am 12. Juni soll die Verkehrsproblematik bei einem „Brenner-Gipfel“ in Bozen besprochen werden.  dw

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