Preissturz bei der Milch

von Redaktion

Aldi senkt die Preise, die Konkurrenz zieht nach – zum Ärger der Bauern

München – Milch wird billiger, Butter teurer: In den Kühlregalen der Supermärkte gibt es wieder deutliche Preisveränderungen. Gestern legten Aldi Süd und Aldi Nord vor und senkten die Preise für Frisch- und H-Milch deutlich. Der Liter Vollmilch in der untersten Preiskategorie kostet fortan nur noch 69 Cent statt bisher 78 Cent. Der Preis für den Liter fettarme Milch der Eigenmarke geht von 68 auf 61 Cent zurück.

Der 1. Mai ist der Stichtag für neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen Molkereien und Handelskonzernen für Trinkmilch sowie für eine Reihe von Milchprodukten in unteren Preislagen. Die von Aldi festgelegten Milchpreise gelten in der Regel als Orientierungswert für die anderen Supermarktketten. Rewe kündigte gestern bereits an, die Preise „zeitnah“ entsprechend zu ändern. Die Handelskette Norma senkte die Milchpreise auf das gleiche Niveau wie Aldi. Lidl bestätigte die Preissenkung für Vollmilch. Edeka äußerte sich nicht. Im Gegensatz zur Milch erhöhte Aldi die Butterpreise deutlich. Der Preis für das 250-Gramm-Stück stieg um 20 Cent auf 1,79 Euro. Auch hier dürfte die Konkurrenz bald nachziehen.

Grund für den starken Rückgang beim Preis für Trinkmilch sei vor allem die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge, sagte Björn Börgermann, Referent beim Milchindustrieverband. Was die Verbraucher mit Blick auf den Geldbeutel freut, sorgt bei den Milchbauern für Unmut. Sie rechnen damit, dass die Molkereien ihnen bald auch weniger für die Milch auszahlen könnten. „Es ist zu viel Milchmenge in dem Bereich da, und die Molkereien haben sich bei den Verhandlungen mit dem Handel wieder gegenseitig unterboten“, sagte der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Hans Foldenauer. „In der Summe sind es wir Milchbauern, die dafür die Zeche zahlen.“ Auch beim Verband der Milcherzeuger Bayern ist von einem katastrophalen Ergebnis die Rede. Die Kreisbäuerinnen und Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbands werteten die Preissenkungen laut Mitteilung als „verheerendes Signal für unsere Milchbauern“. dg/lby

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