Wolfratshausen – Ein bislang Unbekannter hat am Mittwochabend in einer Umkleide der Dreifachturnhalle in Wolfratshausen höchstwahrscheinlich Pfefferspray versprüht. Er verletzte damit 39 Mädchen und Buben der Turnabteilung des TSV Wolfratshausen, die in der Halle trainierten.
Vier Kinder brachte der Rettungsdienst ins Krankenhaus, zwei Buben im Alter von zehn beziehungsweise zwölf Jahren sind noch zur Beobachtung dort. Eine Ermittlungsgruppe der Wolfratshauser Polizei fahndet nach dem Täter. „Erste Hinweise gingen zwar ein, eine heiße Spur war jedoch noch nicht dabei“, berichtet Hauptkommissar Steffen Frühauf. Die Sprühdose mit dem Reizgas konnte am Tatort nicht sichergestellt werden. Es sei möglich, dass es sich um frei zugängliches Tierabwehrspray aus der Drogerie handelt.
Die Wolfratshauser Feuerwehr, die als eine der ersten aus der Umgebung vor Ort war, sperrte den Bereich ab. Sie stellte das Toilettenpapier sicher, mit dem der Übungsleiter den handflächengroßen, gelb-orange-farbenen Fleck in der Umkleidekabine beseitigt hatte. Der Boden wurde chemisch gereinigt und die Räume gelüftet. Die anschließenden Messungen zeigten keine Schadstoffe mehr in der Luft. Ein Fachberater für Gefahrgut von der Kreisbrandinspektion gab das gesamte Gebäude wieder frei und die nachfolgende Sportgruppe konnte ihr Training mit Verspätung beginnen.
Währenddessen versorgten rund 90 Kräfte der BRK-Bereitschaften – darunter Wolfratshausen, Geretsried, Murnau, Starnberg und Weilheim – knapp zwei Stunden lang die Verletzten auf dem Platz vor der städtischen Sporthalle. Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um Kinder und Eltern. Um den Täter so schnell wie möglich zu fassen, befragen derzeit Polizeibeamte die Kinder und Jugendlichen, die am Turntraining teilgenommen haben. Die Bevölkerung wird ebenfalls gebeten, Hinweise über mögliche Auffälligkeiten zu melden. Magdalena Höcherl