Beliebte Glückskäfer: Maikäfer sind keine bedrohte Art mehr

von Redaktion

Das Glück, einen Maikäfer zu sehen, ist vielleicht bald wieder vielen Kindern vergönnt – so wie in den 1950er-Jahren, als sie sogar als Plage galten. Danach waren sie jahrzehntelang verschwunden – vor allem als Folge des Einsatzes von DDT in der Landwirtschaft. Jetzt aber sind die braunen Brummer zurück. Der Käfer auf unserem Foto belustigte am Wochenende in Berg am Starnberger See die dreijährige Stella.

Unserem Aufruf Ende April, Sichtungen von Maikäfern der Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Freising zu melden, kamen sehr viele Leser nach. „Es sieht so aus, als ob der Maikäfer keine aussterbende Käfer-Art mehr ist, sondern sich stabile Populationen entwickelt haben“, freut sich Ullrich Benkner über die vielen Rückmeldungen. Besonders viele Maikäfer gibt es auf der Fraueninsel im Chiemsee. Eine Mitarbeiterin des Inselhotels zur Linde hat das Gefühl: „Wir haben Millionen, aber sie leben nur kurz, das geht schnell vorbei.“ Maikäfer verbringen vier Jahre als Engerlinge unter der Erde. Als Käfer leben sie nur vier bis sechs Wochen. Dem 1600-Seelen-Ort Reichling (Kreis Landsberg), der bekanntesten bayerischen Maikäfer-Hochburg, steht wohl erst 2019 das große Brummen bevor, wie zuletzt 2015 mit geschätzt einer Million Maikäfern. Cornelia Wahl vom Gartenbauverein findet heuer viele Engerlinge unter der Erdoberfläche, Käfer fliegen nur vereinzelt. In München muss Glück haben, wer einen der als Glücksbringer geltenden Käfer sehen will, sagt Heinz Sedlmeier, Leiter der Geschäftsstelle des Landesbunds für Vogelschutz. Hier sind die Käfer noch selten.  svs

Artikel 8 von 9