München – Mehr als 2,65 Millionen Verkehrsverstöße auf Bayerns Straßen. Etwa 80 000 weniger als im Vorjahr. Das ist die Bilanz, die das bayerische Polizeiverwaltungsamt für das Jahr 2017 zog. Zugenommen haben sowohl die erteilten Fahrverbote als auch die Fahrten unter Drogeneinfluss.
Knapp 67 700 Mal mussten Verkehrssünder in Bayern im vergangenen Jahr den Führerschein abgeben. Das ist ein Plus von über einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deutlicher gestiegen ist die Zahl der Drogenfahrten: 11,8 Prozent mehr als 2016, 6181 an der Zahl. „Die Verkehrsmoral lässt in vielen Fällen leider immer noch sehr zu wünschen übrig“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
Erschreckend sei laut Herrmann vor allem die Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße, die Unfallursache Nummer eins. Rund 1,2 Millionen Fälle wurden registriert. 226 Personen kamen bei Unfällen mit überhöhter Geschwindigkeit ums Leben, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr. „Damit ging rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Bayern auf das Konto von Rasern“, sagte Herrmann.
Überhöhte Geschwindigkeit war auch in den knapp 9000 Unfällen mit Motorrädern die Hauptursache, wie aus einer zweiten Statistik des Innenministeriums hervorgeht. In über der Hälfte der Fälle war dabei der Motorradfahrer der Verursacher. Es gab knapp 8000 Verletzte, 123 Biker starben. Alle drei Tage kommt damit ein Motorradfahrer in Bayern ums Leben. Die Polizei registrierte einen Sachschaden von mehr als 29 Millionen Euro.
Insgesamt blechten Verkehrssünder in Verwarnungs- und Bußgeldverfahren gut 131 Millionen Euro. Die beiden Spitzenreiter waren dabei ein 22-Jähriger (1200 Euro), der bei erlaubten 100 km/h auf einer Staatsstraße mit 219 Sachen unterwegs war, sowie ein 27-Jähriger (1360 Euro), der statt innerorts zulässigen 50 km/h ganze 132 km/h zu schnell fuhr. Beide mussten für drei Monate den Führerschein abgeben. mm/lby