Erweiterung im Nordwesten Münchens

Neue Ausbau-Pläne für die A 99

von Redaktion

Von Andreas Daschner

München – Im Verkehrsfunk ist es eine tägliche Meldung: Stau auf der A 99. Die Stadt München wächst – und mit ihr der Verkehr. „Bei der Grundkonzeption der Autobahnen hat sich aber im Prinzip seit den 1970er-Jahren nichts getan“, sagt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern. Das Netz ist überlastet, der tägliche Verkehrskollaps programmiert. Ein Ausbau der A 99 ist unumgänglich. Doch das ist ein Riesenprojekt.

Vier Einzelmaßnahmen hat die Autobahndirektion vorgesehen: Zwischen dem Autobahndreieck Süd-West und dem Autobahnkreuz West erfolgt der Ausbau auf sechs Spuren. Das derzeit zum Teil nur mit provisorischen Fahrspuren versehene Kreuz West soll endgültig zum Vollkreuz umgebaut werden. Zwischen den Autobahndreiecken Allach und Feldmoching wird die A 99 achtspurig. „Allerdings sind wir mit den Planungen noch am Anfang“, sagt der zuständige Sachgebietsleiter bei der Autobahndirektion, Jochen Eid. Wann der Ausbau fertig wird, steht noch in den Sternen.

Mittelfristig soll deshalb die vierte Einzelmaßnahme für Entlastung sorgen: die teilweise Seitenstreifenfreigabe (TSF) im Bereich zwischen Allach und Feldmoching. Diese ist ohnehin Voraussetzung für einen Ausbau und kann laut Eid bei optimalem Verlauf bis 2023 realisiert werden. Im Zuge der TSF müssen acht neue Nothaltebuchten geschaffen werden. Da der Seitenstreifen auch im Allacher Tunnel temporär freigegeben werden soll, muss die Anschlussstelle Ludwigsfeld direkt im Anschluss zum Tunnel angepasst werden.

Die Vorentwürfe sollen spätestens im Spätsommer fertig werden. Danach geht es in die Planfeststellung, die bis 2020 dauern wird. „Wenn alles gut geht, können die Seitenstreifen ab 2023 freigegeben werden“, sagt Eid. Dies sei aber nur eine Zwischenlösung, mit der sich die Autobahndirektion Zeit bis zum endgültigen Ausbau verschaffen will.

Im Zuge der Ausbauplanungen prüft die Autobahndirektion auch den Bau eines weiteren Tunnels im Bereich Allach. Der könnte den überörtlichen Verkehr aufnehmen und damit vor allem die Staufalle an der Anschlussstelle Ludwigsfeld entschärfen. Als Zeithorizont für dieses Vorhaben nennt Eid mindestens 15 bis 20 Jahre.

Auch wo ein solcher Tunnel gebaut werden kann, ist noch völlig offen. Schwierig ist es laut Eid überall: „Der Allacher Forst ist ein FFH-Gebiet, unter den großen Firmen bei Karlsfeld hindurch ist es auch nicht besonders elegant.“ Auch ein Tunnel unter dem Allacher Tunnel sei denkbar. Aber da sei das hohe Grundwasser der Würm ein Problem. Ob der Tunnel tatsächlich kommt, ist laut Seebacher darum noch längst nicht entschieden: „Vielleicht kommen wir auch zu einer ganz anderen Lösung – zumal ein Tunnel sehr teuer wäre.“

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