Waldkauz Ulrich hatte kürzlich eine richtige Pechsträhne: Davon hatte ich euch schon gequakt. Er war die ganze Nacht auf der Jagd, sein Schnabel blieb trotzdem leer. Zum Glück passiert ihm so etwas selten. „Du bist viel zu wählerisch und suchst immer nur nach Mäusen“, schnatterte meine Entenfreundin Klara. „Stimmt nicht“, krächzte Ulrich. „Ich wäre dir übrigens dankbar, wenn du mir einen kleinen Fisch fangen könntest.“ Klara war so erstaunt, dass sie den Schnabel aufsperrte. „Im Ernst? Und das, wo du mir ständig Streiche spielst? Selbst ist der Vogel!“, quakte Klara. „Zudem taugen deine Krallen zum Fischefangen viel besser.“ Ulrich winkte ab. „Ich bin doch kein Seeadler“, krächzte er. „Aber mit deinen scharfen Augen kannst du nicht nur Mäuse, sondern auch Fische erspähen, die nahe an der Oberfläche schwimmen“, beharrte Klara. „Was weißt du schon über Waldkäuze?“, krächzte Ulrich – und wurde von unserer Entenfreundin Agnes unterbrochen. „Ich habe in einem Tierbuch gelesen, dass Käuze in der Nacht zwar in der Tat vor allem kleine Nager, Maulwürfe und Ratten jagen“, quakte sie. „Deine Artgenossen fressen aber auch Frösche und Lurche, Käfer und sogar Fische.“ Bevor Ulrich etwas krächzen konnte, blubberte es aus dem Wasser am Ufer. Es war Karpfen Franz-Josef. Ulrich sei einfach „hoaglig“, also: heikel, meinte der Karpfen – und schon war er abgetaucht. Eure Paula