München – Die gute Wetternachricht ist: Es bleibt warm. Die schlechte: Es bleibt auch nass. In Bayern muss weiterhin vielerorts mit schweren Gewittern gerechnet werden.
In Oberbayern hatte es vor allem die Region südlich von München schwer erwischt. In Gilching, Unterbrunn und Kraillling (Kreis Starnberg) fielen in einer halben Stunden 100 Liter Regen pro Quadratmeter. „Das haben wir in 40 Jahren nicht erlebt“, sagt Franz Xaver Prellinger, der Inhaber der Reitsportanlage Frohnloh. Auf seinem Reiterhof stand das Wasser Mittwochmorgen fast 1,5 Meter hoch. Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr waren stundenlang im Einsatz. Der Hof ist der niedrigste Punkt in der Gegend, das gesamte Regenwasser war dorthin geflossen. Auch in vielen anderen Landkreisgemeinden liefen die Keller voll und mussten leergepumpt werden.
Auch in Nordbayern wüteten die Unwetter schwer. In Franken waren innerhalb weniger Stunden zwischen 30 und 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Allein in der Region um Schweinfurt waren rund hundert Feuerwehren mit mehr als 1000 Helfern im Einsatz, um Wasser aus den Kellern und von den Straßen zu pumpen. Innerhalb von vier Stunden waren etwa 800 Notrufe bei der Leitstelle eingegangen.
Auch in der Oberpfalz überfluteten in der Nacht zu Mittwoch die enormen Wassermassen mehrere Keller und entwurzelten Bäume. In Regensburg waren viele Straßen zeitweise überflutet, in einigen Stadtteilen fiel der Strom aus.
Laut Polizei kam es überall in Bayern zu Unfällen, die auf die Unwetter zurückzuführen waren. Auch an den kommenden Tagen besteht weiterhin ein Gewitterrisiko, sagte der Meteorologe Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst. Für den heutigen Freitag erwartet er kräftige Schauer und Gewitter. Der Regen ist aber zumindest recht warm, denn die Temperaturen steigen auf bis zu 30 Grad. ike/nik/lby