Heimatkolumne

Kinder, wie die Zeit vergeht

von Redaktion

Der Mai, wenn er auch mit seinen Buchstaben geizt wie kein anderer Monat, hat die Natur wieder aus dem Winterschlaf geweckt, ließ die Bäume ausschlagen mit sattem Blattwerk, die Blumen blühen und bescherte den Gartlern erste Salate, Gemüse und Beeren.

Die gestohlenen Maibäume sind wieder in ihre Dorfheimat zurückgekehrt, bei Maifeiern umtanzt worden, während die Maikäfer wiederauferstanden sind und bald ihrem kleinen Bruder, dem Junikäferl, Platz machen werden.

Einen ähnlich sonnenbestrahlten 5. Monat haben wir selten erlebt. Wer möchte ihm da vorlaut „hoit dei Mai“ zurufen, während die Sole mio den Freibadern den Buckel wärmt und die Griller ihre Schmankerl im Freien zubereiten können!

Die Hälfte des Jahres ist schon gleich wieder gegessen, bald werden von den Bergen die Sonnwendfeuer erglühen, dann stehen Juni, Juli, August und September ins Haus. Luis Trenker würde als Ferien- und Wanderziel gewiss die Dolomiten empfehlen, unser Gelato-Maestro das mare nostre als Planschbecken, während wir der Türkei eine lange Nase drehen.

Bald rückt sie nun näher, die Zeit der Wiesn, der Rauschrituale und Rundgesänge, der heißen Maroni, der Nikoläuse, die schon ihren Sack packen, hoffentlich nicht für unsere Bambsen.

Als habe sie einen Elektromotor in ihre Drehtesel installiert, so schnell ist die Zeit der ersten Hälfte des Jahres davon geradelt und ebenso schnell wird die zweite Hälfte vergehen, wobei wir schon einmal vor Glatteis auf winterlichen Straßen warnen, was auch Fußgänger beherzigen sollten und erst recht motorisierte Nachbarn.

Mit einem Teil eines Liedtextes könnte das Fazit dieser Epistel in Worte gefasst werden: „Kinder wie die Zeit vergeht, Kinder wie die Welt sich dreht, Kinder ist das schön…“ – wobei letzteres, besonders von älteren Semestern, der Kindheit längst entflohen, kaum gutgeheißen wird.

Maßgeschneidert

An dieser Stelle schreibt

unser Turmschreiber

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