Garmisch-Partenkirchen/ Furth im Wald – Während eines schweren Unwetters haben die Wassermassen der Partnach gestern einen Mann mit sich gerissen und getötet. Um wen es sich bei dem Verunglückten handelt, war am Abend noch unklar. Er war offenbar in Garmisch-Partenkirchen nahe dem Skistadion ins Wasser geraten. Die extremen Strömungsverhältnisse zwangen die Rettungskräfte zunächst dazu, die Suche vom Ufer aus zu starten.
Fast zeitgleich waren in der Partnachklamm 35 Mann der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen und der Canyoning-Gruppe der Bergwacht Bayern im Einsatz, weil sechs Personen aus einer 24-köpfigen Wandergruppe bei Beginn des Unwetters noch in der Klamm vermutet wurden. Die Wanderer hatten sich jedoch selbst in Sicherheit gebracht.
Aus dem Landkreis Starnberg meldete die Feuerwehr gestern Nachmittag zahlreiche Einsätze wegen überschwemmter Straßen. 40 bis 45 Liter Regen pro Stunde seien dort gefallen. Einsatzkräfte suchten zudem nach einem Vermissten im Pilsensee. Aufgrund des heraufziehenden Gewitters mussten die Helfer die Suche aber ergebnislos abbrechen. Der Vermisste war laut Wasserwacht am Dienstagabend noch immer vermisst.
Unwettermeldungen kamen auch aus den Kreisen Weilheim-Schongau, Fürstenfeldbruck und im Oberallgäu: Hier wurden Keller und Straßen geflutet.
Bereits am Montagnachmittag wütete in Furth im Wald (Landkreis Cham) ein Unwetter. Der Hagelschauer dauerte nur etwa zehn Minuten, die Folgen werden die Menschen jedoch noch lange begleiten. „In der Gesamtsumme belaufen sich die Schäden wohl auf einen zweistelligen Millionenbetrag“, so die erste Einschätzung des Further Bürgermeisters Sandro Bauer. „Alle Fahrzeuge, die um 16.30 Uhr im Freien standen, sind betroffen.“ Hinzu kommen enorme Schäden an Gebäuden. So zerschlug der Hagel etwa Dach und Fenster der Pfarrkirche. Zum Schutz wurden sämtliche Wertgegenstände aus der Kirche abtransportiert.
In den Baumärkten rund um Furth im Wald waren bereits am Abend sämtliche Abdeckplanen ausverkauft: Die Bürger suchten nach Möglichkeiten, ihre kaputten Fenster zu verschließen.
In der Nacht auf Dienstag hatten die Einsatzkräfte vor allem in Ober- und Mittelfranken sowie in der Oberpfalz alle Hände voll zu tun. In Regensburg schlug am Montag ein Blitz in ein Wohnhaus ein, der Dachstuhl geriet in Brand. Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde ein Trafohäuschen von einem Blitz getroffen. Anderenorts wehten starke Winde Bäume um, Autos kamen wegen Aquaplanings von der Straße ab. In Vierkirchen (Landkreis Dachau) drückten Sturmböen Teile der Fassade der Tennishalle ein.
Die Gewitter über dem Alpenvorland mündeten zum Dienstagabend in kräftigen Regen, der in Südbayern laut DWD wohl bis in die Nacht zum Donnerstag anhalten wird. Zudem wird es merklich kühler. Ab Donnerstag soll es wieder ruhiger und wärmer werden. kbr, ja, tab, kb