Höher als wir Enten fliegt kein anderer Vogel: Das dachte ich zumindest bis vor Kurzem. Ich finde nämlich, ich kann ziemlich hoch fliegen. Je nach Wetter flattere ich manchmal bis zu sechs Kilometer hoch. „Das ist bestimmt Rekord“, quakte ich zu meiner Entenfreundin Agnes. Doch die winkte ab. „Es gibt Vögel, die können viel höher fliegen – mehr als elf Kilometer hoch.“ Das konnte ich kaum glauben. „So weit oben fliegen doch nur diese Metallvögel, in denen die Zweibeiner sitzen: die Flugzeuge.“ Aber ein Vogel aus Fleisch und Blut? Das stellte ich mir gefährlich vor. „Die Luft wird da oben doch richtig dünn“, quakte ich. In elf Kilometern Höhe ist der Luftdruck etwa um die Hälfte niedriger als unten am Ufer. Ein Mensch würde da oben bei jedem Atemzug viel, viel weniger Sauerstoff erwischen. Tatsächlich aber fliegen viele Zugvögel ziemlich hoch, wie mir Agnes verriet. „Manche können locker über das höchste Gebirge der Welt, den Himalaya, fliegen“, schnatterte sie. „Am höchsten wollen aber die Sperbergeier in Afrika hinaus“, quakte Agnes. Sie erklärte mir, dass wir Vögel mit unserer Lunge mehr Sauerstoff aufnehmen können. „Unsere Lunge wird ständig von Luft durchströmt, dafür sorgen viele Luftsäcke“, quakte Agnes. Auch Herz und Blutkreislauf sind bei uns perfekt ans Fliegen angepasst. „Da sind wir den Zweibeinern also himmelweit überlegen“, quakte ich. Eure Paula